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Hund mit Übergewicht

Hund mit Übergewicht? Wie abnehmen?

Hunde kämpfen oft mit dem gleichen Problem wie wir – mit Übergewicht. Dicke Hunde sind anfälliger für verschiedene Gesundheitsprobleme und benötigen daher ein Konzept, um abzunehmen und ihre Vitalität zurückzugewinnen. In meinem Ratgeber zur Gewichtsabnahme für Hunde mit Übergewicht erfährst du, welche Schritte notwendig sind, um deinem besten Kumpel zu helfen, die überflüssigen Pfunde zu verlieren.

Zusammenfassung: Tipps für einen Hund mit Übergewicht

  1. Berate dich mit einem Profi: Bevor du mit einer Diät bei deinem Hund anfängst, ist es wichtig, einen Profi aufzusuchen, um das Gewicht deines Hundes zu überprüfen und einen Plan zur Gewichtsabnahme zu erstellen.
  2. Kontrolliere die Portionsgröße: Berechne die korrekte Futtermenge für deinen Hund und vergleiche sie mit deiner aktuellen Fütterung.
  3. Reduziere Snacks und Leckerlis: Snacks und Leckerlis sind zusätzliche „leere“ Kalorien für deinen Hund sein. Wähle gesunde Alternativen oder reduziere sie auf ein Minimum.
  4. Steigere die körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung im Tagesablauf deines Hundes ist wichtig. Spaziergänge, Laufen und Spielen im Freien sind gute Möglichkeiten, um Kalorien zu verbrennen und die Muskeln wieder aufzubauen.
  5. Halte deinen Hund motiviert: Belohne deinen Hund für seine Fortschritte und halte ihn motiviert, indem du positive Verstärkungstechniken anwendest.

Inhaltsverzeichnis

Wie bestimmt man das ideale Gewicht eines Hundes?

Das Idealgewicht deines Hundes hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich Rasse, Größe, Alter, Gesundheitszustand und Aktivitätsniveau. Es sollte dir wichtig sein, das ideale Gewicht deines Hundes zu erreichen, um sicherzustellen, dass er gesund und fit bleibt. Eine Möglichkeit, das perfekte Gewicht eines Hundes zu bestimmen, ist die Verwendung des Body Condition Score. Dieses System bewertet den Körperzustand eines Hundes auf einer Skala von 1 bis 9, wobei 1 für starkes Untergewicht und 9 für starkes Übergewicht steht. Ein Hund mit Übergewicht befindet sich innerhalb des BCS in 5-9. Ein Hund mit einem idealen Gewicht hat einen Body Condition Score von 4 bis 5, wobei die Rippen leicht spürbar sind, aber nicht sichtbar.

5 Anzeichen, dass dein Hund zu dick ist

  1. Eine nicht sichtbare Taille („Wurstform“)
  2. Eine ungleichmäßige Verteilung des Gewichts (z. B. sehr dicker Bauch)
  3. Eine deutlich sichtbare Fettschicht auf Rippen und Rücken
  4. Schwierigkeiten bei Aktivitäten, die vorher keine Probleme verursacht haben
  5. Probleme beim Atmen oder starkes Hecheln nach Anstrengung

Die Folgen von Übergewicht beim Hund

Übergewicht kann die Gesundheit deines Hundes stark beeinträchtigen:

  1. Diabetes: Übergewicht erhöht das Risiko von Diabetes bei Hunden. Diabetes kann im weiteren Verlauf zu einer Reihe von weiteren Problemen führen, darunter Sehstörungen, Nierenversagen und Herzprobleme.
  2. Gelenkprobleme: Übergewicht belastet die Gelenke von Hunden und erhöht das Risiko von Gelenkerkrankungen.
  3. Herzerkrankungen: Übergewicht belastet das Herz und erhöht das Risiko von Herzerkrankungen bei Hunden.
  4. Atemprobleme: Übergewichtige Hunde haben oft Schwierigkeiten beim Atmen, was zu allgemeinen Atembeschwerden führen kann.

Ursachen für Übergewicht bei Hunden

Ein Hund mit Übergewicht erhält in den meisten Fällen ein unpassendes Futter. Erstens, weil die Art der Fütterung nicht gut ist. Zweitens, weil schlechte oder unverträgliche Zutaten gefüttert werden. Vor allem zu viele Kohlenhydrate, wie sie beispielsweise in Trockenfutter oder vielen Industriefuttermitteln enthalten sind, fördern Übergewicht und Dick-Sein. Auch Bewegungsmangel kann eine Ursache für Übergewicht sein. Und auch hormonelle Erkrankungen können den Stoffwechsel stören und Übergewicht provozieren.

Trockenfutter macht dick

Wenn du einen Blick auf die natürliche Nahrung von Wildhunden wirfst, wirst du feststellen, dass Fleisch, Fisch, Eier, Insekten, Pflanzen, Früchte und Honig auf dem Futterplan stehen. Diese Nahrung enthält durchschnittlich etwa 4 % Kohlenhydrate. Du magst vielleicht einwenden, dass Honig und Beeren doch sehr viel Zucker enthalten – aber Honig wird selten von Wildtieren gefunden und Beeren bestehen hauptsächlich aus Wasser. Sie haben also keinen signifikanten Einfluss auf die Kalorienzufuhr. 

Dagegen besteht Trockenfutter für deinen Hund zu 40 % – 50 % aus Kohlenhydraten. Ein Futter, das so viele Kohlenhydrate pro Tag enthält, steht in einem großen Spannungsfeld zu dem, was die Evolution mit 4 % vorgesehen hat. Ähnliches gilt auch für uns Menschen: Wer sich mit wenigen Kohlenhydraten ernährt, verliert Gewicht und hat ein gesünderes Blutfettprofil.

Mein Hund ist zu dick! Wie kann er abnehmen?<

Mit diesen Tipps kannst du deinem Hund mit Übergewicht ein gesundes Gewicht ermöglichen und ihm beim Abnehmen helfen

Verzichte auf kohlenhydratreiches Hundetrockenfutter

Jedes Trockenfutter enthält eine große Menge an Kohlenhydraten, um die Futterbrocken in eine ansprechende Form zu bringen. Es reicht also nicht aus, getreidefrei zu füttern. In den Zutatenlisten sind Kartoffeln, Linsen, Erbsen, Kichererbsen oder andere Kohlenhydratquellen enthalten. Das sind Zutaten mit einem hohen Stärkeanteil. Stärke wird in Zucker umgewandelt. Wenn die Kohlenhydratzufuhr also weit über dem täglichen Bedarf deines Hundes liegt, wird der Überschuss als Körperfett gespeichert. Ein Übermaß an Kohlenhydraten kann außerdem zu Blutzuckerschwankungen, Diabetes, schlechten Zähnen und weiteren Gesundheitsproblemen bei deinem Hund führen. Du kannst Kohlenhydrate im Futter deines Hundes übrigens ganz einfach bestimmen, wenn du die Werte für Feuchtigkeit, Fett, Protein und Asche auf dem Etikett zusammenzählst und diesen Wert von 100 abziehst.

Füttere deinem Hund kohlenhydratarmes Nassfutter

Hunde benötigen für eine gute Gesundheit viel Fleisch mit einem ausgewogenem Fettanteil und Gemüse mit geringem Stärkegehalt. Beachte: Der Fettgehalt sollte trotz einer Diät niemals unter 10 % fallen. Die meisten Hundebesitzer sind in der Annahme, dass weniger Fett automatisch zum Abnehmen führe. Im Gegenteil! Die dauerhafte Verwendung von fettarmem Futter (unter 10 %) ist nicht empfehlenswert, denn Fett ist ein wichtiger Nährstoff. Es schützt die Zellen deines Hundes und wird zur Herstellung von Hormonen und fettlöslichen Vitaminen verwendet. Zudem führt ein Fettmangel zu trockener und juckender Haut. Eine ausbalancierte Ernährung mit frischen oder gekochten Zutaten ist also die beste Diät für Hunde, die abnehmen müssen. Beim Abnehmen ist es besonders wichtig, den Organismus angemessen zu ernähren und sicherzustellen, dass der Bedarf an wichtigen Aminosäuren, Fetten und anderen Nährstoffen ausreichend gedeckt wird. Stelle deinen Hund zuerst auf ein Futter um, das frei von Getreide, Reis, Kartoffeln, Mais, Soja oder Stärketrägern ist, um den Gehalt an Kohlenhydraten auf einen angemessenen Wert zu senken.

Verwende dazu mageres Fleisch, etwa Kaninchen oder Pferdefleisch, gesunde Fette sowie ballaststoffreiches Gemüse mit niedrigem glykämischen Index. Das sind Gurken, Zucchini, etwas Brokkoli oder Blattsalate. Eine meiner Gemüselieblinge ist mein grüner Gemüsemix. Achte bei der Fleischauswahl auf eine gute Verträglichkeit. Denn: Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Fleischsorten können trotz maßvoller und angepasster Fütterung zu Übergewicht führen. Du kannst natürlich auch ein fertiges Futter aus der Dose verwenden, das zu diesen Empfehlungen passt. Wie ein Futter zusammengesetzt sein sollte, kannst in meinem Artikel über die vier Basiszutaten nachlesen.

Lass bei einem dicken Hund niemals Futter stehen

Wildhunde sind täglich auf der Suche nach Nahrung. Dafür legen sie lange Strecken zurück. Und nicht immer kann Beute gemacht werden. So entstehen natürliche Fastenzeiten. Hand auf Herz? Wie oft bietest du deinem Hund Futter an? Zähle auch die Kauartikel dazu. 

Nicht selten sehe ich Hundebesitzer, die ihrem Hund ständig Leckerli anbieten. Teilweise ohne, dass der Hund dafür überhaupt etwas tun müsste. In einigen Fällen verweigert der Hund dieses gut gemeinte Angebot. Trotzdem wird immer weiter nachgeschoben. Mein Fazit: Unsere Hunde werden täglich und rund um die Uhr mit Futter versorgt, obwohl das weder nötig noch von der Natur vorgesehen ist. Dieses Tun führt im Übrigen nicht nur zu Übergewicht, sondern auch zu Magen-Darm-Problemen wie Sodbrennen. Verbessere daher deine Fütterung und stelle deinem Hund täglich nur zwei Mahlzeiten zur Verfügung. Beobachte, in welchen Situationen du deinem Hund Futter anbietest und ob dies möglicherweise mit dir selbst in Verbindung steht. Frage dich, wie viel Gramm Futter du deinem Hund täglich fütterst, inklusive aller Belohnungen. Wenn du Schwierigkeiten hast, die richtige Menge zu bestimmen oder dein Futter über dem normalen Tagesziel liegst, solltest du dir eine Tagesmenge für deinen Hund zurechtlegen, die pro Tag ausgegeben werden kann. Diese Tagesmenge an Futter kann dann sowohl bei Trainingseinheiten als auch bei Suchspielen als Belohnung eingesetzt werden.

Verwende deine eigenen Futtermengen, wenn dein Hund zu dick ist

Es ist bei jeder Kalkulation der täglichen Futtermenge wichtig, das Aktivitätsniveau des Hundes einzubeziehen. Die Empfehlungen auf den Verpackungen sind immer durchschnittlich berechnet, sodass du die Futtermenge an den aktuellen Bedarf deines Hundes anpassen musst. Überlege, wie das Idealgewicht deines Hundes sein sollte. Berechne dann die Mengen oder Kalorien, die du täglich füttern darfst, um deinen Hund auf dieses Idealgewicht zu bringen und es dauerhaft zu halten.

Allgemeine Kalorienberechnung für Hunde, die abnehmen müssen

Tägliche Kalorien (Hunde) = Körpergewicht (kg) x 30 + 70.

Ein Beispiel: Dein Hund wiegt 15 kg, aber sein Idealgewicht beträgt nur 11 kg. In diesem Fall darfst du nur so viele Kalorien füttern, die er bei 11 kg Körpergewicht erhalten würde:

Kalorien = 11 (kg) x 30 + 70 = 400

Wenn du deinem Hund also 400 Kalorien am Tag fütterst, sollte er seinem Idealgewicht von 11 kg stetig näher kommen und das Gewicht schlussendlich halten.

Diese Berechnung kannst du perfekt durchführen, wenn du dein Futter selbst zusammenstellst und die Kalorien beispielsweise mit einer App trackst. Du kannst die durchschnittlichen Kalorien aber auch in Nährwerttabellen finden und dir daraus einige passende Rezepte erstellen. Zum Beispiel: Dein 11 kg schwerer Hund darf 400 Kalorien pro Tag erhalten. Wir wissen, dass der Hund sich von Fleisch und Fett ernährt und einige Ballaststoffe zur Verdauung benötigt. 100 g mageres Rindfleisch enthält etwa 130 kcal und 100 g Zucchini ca. 25 kcal. Die allgemeine Regel besagt, dass eine natürliche Ernährung für Hunde etwa 2⁄3 Fleisch und 1⁄3 Gemüse besteht. Wenn du nun 200 g Rindfleisch und 100 g Zucchini verwendest, erreicht du etwa 300 kcal. Die Differenz von 100 kcal kannst du jetzt auf Belohnungen verwenden; alternativ kannst du natürlich auch etwas mehr Fleisch und Gemüse füttern und/oder den Fettgehalt anpassen, wenn dieser unter 10–12 % liegt. Beachte, dass du Trockenwaren oder gedörrtes Fleisch zuerst in Frischgewicht umrechnen solltest. Je nach Trocknungsverfahren entsprechen 30 g Trockensnacks ca. 100 g Frischprodukt. Ich rate daher immer, zu Beginn nur Snacks einzusetzen, die frisch oder gekocht sind. Das kann etwa Blutwurst sein oder auch gekochte Fleischwurst für Hunde.

Mit Leckerlis, Kauartikeln und Hundekeksen maßvoll umgehen

Snacks und Leckerlis sollten weniger als 10 % der täglichen Nahrungsaufnahme deines Hundes ausmachen. Denn Snacks sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und liefern in der Regel auch keinen gesundheitlichen Nutzen. Im Gegenteil: Musst du wegen der übermäßigen Fütterung von Leckerlis und Kauartikeln zu viel von deinem Hauptfutter abziehen, kann das Nährstoffmangel begünstigen. Beschränke dich auf gesunde Trainings- und Verhaltensbelohnungen bis zu 10 % der täglichen Futteraufnahme. Achte bei der Auswahl deiner Hundebelohnungen darauf, dass sie von hoher Qualität sind und frei von künstlichen Konservierungsstoffen oder Zutaten, die stark allergieauslösend sind. Du kannst auch kleine Mengen frischer Zutaten anbieten wie Beeren, Ziegenkäse oder Cashewnüsse.

Ein dicker Hund benötigt mehr Bewegung

Wenn dein Hund zu dick ist und abnehmen muss, solltest du wenigstens 20–60 Minuten aerobe Aktivität (zügiges Wandern, Walking, Jogging) einplanen. Das hilft dabei, Fett zu verbrennen und Muskulatur aufzubauen. Wenn dein Hund sehr viel Übergewicht hat und somit stark fettleibig ist, kann er anfänglich nur kurze Strecken laufen. In diesen Fällen kann Schwimmen eine alternative Form der Bewegung sein. Beachte: Lasse deinen Hund niemals ohne Schwimmweste schwimmen und am besten geführt von einem Physioteam. Ein Hundephysiotherapeut kann zudem am besten einschätzen, welche Übungen für deinen Hund geeignet sind.

Bei Hunden mit Übergewicht ist eine Gewichtsabnahme wichtig für ihre Gesundheit und Lebensqualität. Durch eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung kannst du deinem Hund dabei helfen, Gewicht zu verlieren und ein gesünderes, aktiveres Leben zu führen. Denk daran, dass die Gewichtsabnahme ein schrittweiser Prozess ist und viel Zeit und Geduld erfordert.

Alles Liebe, deine Hildegard

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