Pudel
20. Mai 2021

Der Pudel im Rassehund-Portrait

Der Pudel ist eine der beliebtesten Hunderassen auf der ganzen Welt. Dabei scheiden sich doch gerade am Pudel oftmals die Geister. Zwischen Arbeitstier und Modehund scheint alles möglich. Das mag sich so manch einer gar nicht vorstellen können. Grund genug, dass wir uns den Pudel einmal genauer ansehen und ihm ein Rasseportrait widmen.

Die einen lieben ihn und zählen ihn zu den besonders intelligenten und treuesten Hunderassen, die anderen sehen im Pudel das Modepüppchen, das extrem vermenschlicht wird. Das liegt nicht zuletzt an den französischen Hofdamen, die schon im 19. Jahrhundert die Pudel als Schoßhündchen und Frisierpüppchen benutzten. Aber auch in Deutschland war der Pudel – vor allem in den 1950er Jahren – ein beliebter Modehund, der, mit allerlei kruden Frisuren und Accessoires ausgestattet, tatsächlich kaum mehr seinem ureigenen Temperament und Wesen nachkommen konnte. Denn der Pudel ist ein Jagd- und Arbeitshund.

Pudel – Herkunft

Die Rasse des Pudels ist alt. Wie bei vielen Huderassen ist beim Pudel die Herkunft nicht geklärt. Schon vor 2000 Jahren soll es erste Pudel im alten Rom und in Persien gegeben haben. Seine Verbreitung in Europa verdanken wir den Franzosen. Sie hielten sich Pudel schon im Mittelalter und waren vor allem Begleiter bei der Jagd auf Wasservögel. Genau das umschreibt das französische Wort für Pudel: “Caniche”. Es bedeutet “Ente”, abgeleitet vom Wort “cane” (weibliche Ente); ein sehr gern gefangener und verspeister Wasservogel in Frankreich.

Das Wort “Pudel” stammt vom altdeutschen Wort “Puddeln” ab, was soviel bedeutet wie Plantschen. Außerdem von “Pfudel”, ein alter Begriff für Wasserpfütze. Diese Bezeichnung lässt vermuten, dass der Pudel mit den Wasserhunden verwandt ist.

Ursprünglich war die Rasse eher mittelgroß. Die weiteren Ausdifferenzierungen in besonders kleine Hunde wie Toy-Pudel oder besonders große wie den Königspudel kamen erst in späterer Zeit hinzu.

Rassemerkmale der Pudel

Laut des größten kynologischen Dachverbandes “Fédération Cynologique Internationale” zählt der Pudel zur Gruppe der Gesellschafts- und Begleithunde. Die Hunderasse ist in vier Pudelarten unterteilt:

  • Toy-Pudel 18-28 cm
  • Zwergpudel 26-34 cm
  • Kleinpudel 30-45 cm
  • Großpudel 40-60 cm
 

Der Großpudel, auch Königspudel genannt, der Kleinpudel oder Mittelpudel, der Zwergpudel und der Toy-Pudel sind im Rassekatalog aufgenommen. Alle Pudelarten zählen zu den langhaarigen Rauhaarrassen. Weitere Pudelarten sind der Schaf- oder Hütepudel und der Wolfspudel. Beide sind nicht von der FCI anerkannt.

Erscheinungsbild und Körperbau

Es heißt: Die Körperlänge des Pudels ist etwas länger als seine Schulterhöhe. Kopf und Nase sind wohl ausgeformt. Die Kuppe der Nase ist schwarz bis dunkelbraun. Die mandelförmigen Augen am ovalen Oberkopf sind meist braun, können aber auch schwarz und teilweise sogar bernsteinfarben sein. Auch wenn der Pudel insgesamt eine sehr grazile Erscheinung macht, ist er eher muskulös. Sein Gang ist aufrecht, mutet stolz und fast tänzerisch an. Auch die hoch angesetzte Rute wird zumeist gerade nach oben getragen.

Fell und Färbung

Das Fell des Pudels ist besonders auffällig, weil es stark gekräuselt ist und sich besonders weich anfühlt. Es muss regelmäßig gebürstet und geschoren werden, damit es keine Knötchen bildet und verfilzt. Der Pudel hat keinen Fellwechsel mit den Jahreszeiten wie andere Rassen. Das Haarkleid wächst recht schnell, vor allem Augenbrauen und Bart müssen häufig gestutzt werden, damit er nicht ungepflegt aussieht oder ihn das Fell in seiner Sicht und Bewegung behindert.

Die typischen Fellfarben sind schwarz, weiß und braun. Mittlerweile sind auch Färbungen wie apricot, silber und red zugelassen. Es gibt Pudel, die zweifarbig sind, allerdings sind die meisten von ihnen noch nicht in den Katalog der Rassemerkmale aufgenommen und offiziell nicht als Rassepudel anerkannt.

Gute Nachrichten für Allergiker: Der Pudel haart nicht und ist daher auch für Hundehaar-Allergiker geeignet.

Anfälligkeiten und Krankheiten

Großpudel oder Königspudel neigen zur Hüftgelenksdysplasie. Jeder Hund wird bei seriösen Züchtern auf die Erbkrankheit untersucht, so dass belastete Pudel nicht für die Zucht eingesetzt werden. Kleinere Pudelrassen haben manchmal mit den Kniegelenken zu kämpfen (Verrutschen der Kniescheibe) und manche leiden an einer erblich bedingten Augenkrankheit. Die prcd-PRA ist durch fortschreitenden Netzhautschwund definiert. Aber auch hier werden die potentiellen Eltern untersucht, so dass die Krankheit immer weniger häufig auftritt. Grundsätzlich ist der Pudel ein sehr robuster Hund.

Der Pudel – Charakter und Temperament

Entgegen der landläufigen Meinung, der Pudel wäre ein Modepüppchen, eitel und arrogant, ist diese Hunderasse wirklich äußerlich wie innerlich sehr vielfältig. Sein Wesen ist gutmütig und verspielt, treu und absolut fröhlich.

Der Pudel ist der perfekte Familienhund

Alle Pudelarten sind sehr kinderlieb und sanfte Gemüter. Die Hund lassen sich kaum stressen, sie sind sehr anhänglich und wollen ihren Menschen stets gefallen. Auch Fremden gegenüber verhält sich ein Pudel freundlich. Besucher begrüßt er sofort freudig.

Ist er deshalb als Wachhund nicht zu gebrauchen? Weit gefehlt! Ein Pudel ist zudem ein sehr tapferer Hund und beschützt seine Familie. Gegenüber anderen Hunden ist der Pudel freundlich, aber zu Beginn eher distanziert und zurückhaltend. Statt loszupreschen, geht er Unannehmlichkeiten aus dem Weg. Auf dem Spaziergang ist er euch daher ein besonnener Begleiter.

Bewegungsdrang und Jagdtrieb des Pudels

Pudel sind bewegungsfreudig. Er will laufen, umherspringen und herumtollen. Er apportiert sehr gerne. Getreu ihrer Ursprünge lieben die Tiere es, im Wasser zu waten und zu schwimmen. Entgegen der ursprünglichen Verwendung als Jagdhunde, haben die Pudel heutzutage keinen ausgeprägten Jagdtrieb mehr.

Erziehung und Trainingsfähigkeit des Pudels

Pudel sind sehr intelligent und gelehrig. Neues Wissen saugen sie geradezu auf; sie sind absolute Allrounder und unternehmen alles, um Frauchen und Herrchen zu gefallen. Sie sind leicht erziehbar und begreifen schnell. Sie verzeihen uns auch den ein oder anderen Erziehungfehler. Man kann sie gut zu Hause ausbilden, aber auch das vielfältige Training in der Hundeschule bietet einen perfekten Rahmen für Lernen, Spiel und Spaß. Nasenarbeit, Agility oder Dog-Dance sind perfekt für jeden Pudel geeignet.

Pudel haben eine feine Nase! Sie werden sogar zur Trüffelsuche eingesetzt!  Als Such-, Rettungs- und Blindenhunde sind Pudel ebenfalls vorbildlich.

 

Pflege und Haltungstipps für den Pudel

Die Haltung eines Pudels ist unkompliziert. Sind kleine Kinder im Haus, achtet darauf, dass sie nicht zu ungestüm mit den kleinen Pudelrassen umgehen. Was ein Pudel durch sein langes lockiges Haar aber regelmäßig braucht, ist eine gute und regelmäßige Fellpflege.

  • Alle 6 bis 8 Wochen sollte das das Haar geschoren und frisiert werden: Welchen Schnitt du bevorzugst, ist deinem Pudel übrigens egal.
  • Auch Krallenpflege ist wichtig. Kontrolliere in regelmäßigen Absatänden, ob die Krallen gekürzt werden müssen.
  • Kontrolliere die Ohren und säubere sie bei Bedarf mit einem Ohrenreiniger ohne Chemie.
  • Einige Pudel haben empfindliche Augen. Gehört deiner dazu? Die Augen in diesem Fall mit klarem Wasser und einem weichen Tuch säubern. Dann bilden sich keine Entzündungen
 

Wenn ihr nun Lust auf einen Pudel bekommen habt und euch einen Welpen ins Haus holen möchtet, dann schaut doch bei einem der Pudelklubs online oder im richtigen Leben vorbei. Sie haben noch viel mehr Informationen und können euch ganz sicher wertvolle Tipps geben:

Deutscher Pudel-Klub (DPK)

Allgemeiner Deutscher Pudelklub (ADP)

Verband der Pudelfreunde Deutschland e. V. (VDP)

Pudel-Zucht-Verband PVZ 82 e. V.

Autorin

Nicole Herrmann

Gründerin und Chefin von BESTE KUMPELS. Ihr Fokus ist Ernährung & Fitness für Hunde und ihre Menschen. Sie engagiert sich außerdem für Zero Waste und fördert innovative Ideen rund um den Umwelt- und Klimaschutz. Sie lebt zusammen mit Hildegard und den zwei Hündinnen Lilly & Pepper im Ruhrgebiet.
Pudel Steckbrief

So bin ich!

Trainierbarkeit
10/10
Kann alleine bleiben
4/10
Gewichtszunahme
2/10
Gesundheit
8/10
Intelligenz
10/10
Kinderfreundlichkeit
9/10
Tendenz zu beißen
3/10
Tendenz zu bellen
5/10
Tendenz wegzulaufen
2/10
Allergiker geeignet
8/10
Verspieltheit
8/10
Katzenfreundlichkeit
9/10
Energielevel
8/10

Herkunft: Frankreich

Andere Pudel Namen: Poodle, Barbone, Caniche

Gewicht: Toy-Pudel bis 3 kg, Zwergpudel bis 7 kg, Kleinpudel bis 12 kg, Großpudel bis 23 kg

Lebenserwartung: 13-17 Jahre

Fellfarben: weiß, schwarz, braun, apricot oder silber

Charakter: aktiv und aufmerksam, treu, freundlich und intelligent, gut erziehbar und trainierbar

Pflegeaufwand: Regelmäßiges bürsten & frisieren erforderlich

Preis: 600 bis 1300 Euro

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