Übergewicht bei Katzen
29. Juli 2021

Dicke Katze? So kann deine Katze abnehmen

Katzen sind mittlerweile das beliebteste Haustier der Deutschen. In jeder zweiten Wohnung tummeln sich ein oder mehrere Stubentiger. Doch gerade Wohnungskatzen sind häufig übergewichtig und tragen einen viel zu dicken Bauch mit sich herum. Das führt nicht nur zu Einschränkungen im Alltag und bei der Körperpflege, sondern kann auch zu Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Atemproblemen, Leberkrankheiten, Verstopfung und Gelenkschmerzen führen. Das ist natürlich das Allerletzte, was wir unseren Katzen wünschen. Hast du auch eine dicke Katze zu Hause? Dann helfen dir unsere Tipps bestimmt, damit die Katze wieder schlank wird und auch schlank bleibt.

Dicke Katze – die Ursachen

Gerade unsere Wohnungskatzen, besonders, wenn sie kastriert sind, leiden recht häufig an Übergewicht. Die Ursachen sind meist keine Krankheiten, sondern schlicht und ergreifend mangelnde Bewegung und zuviel Futter bzw. das falsche Futter. Wohnungskatzen sind nicht besonders gefordert, springen, klettern und toben nicht so viel herum wie Freigänger. Selten sind auch hormonelle Störungen die Ursache für eine dicke Katze. Das kann und sollte man bei einer Tierärztin abklären lassen. Die häufigsten Gründe, warum deine Katze zu dick ist, sind allerdings:

Zuviel Futter

Bei den Katzen ist es wie bei uns Menschen. Sie können kaum einer Leckerei widerstehen. Bieten wir zuviel Futter an, geben nach, wenn sie vor ihrem leeren Fressnapf jammern oder machen ihnen mit zu vielen zusätzlichen Leckerlis eine Freude, dann ist der Weg in das Übergewicht unserer Samtpfote eigentlich schon vorprogrammiert.

Das falsche Futter

Katzen haben eine ganz andere Verdauung als Hunde und auch einen völlig anderen Bedarf an Nährstoffen. Die meisten Katzenfutter sind mit einem zu hohen Anteil an Kohlenhydraten richtig schlecht für unsere Lieblinge. Katzen sind als reine Fleischfresser von Hause aus keine guten Kohlenhydratverwerter und speichern die überflüssigen Kohlenhydrate als Fett ab.

Kastration

Durch die Kastration erfolgt eine Hormonumstellung bei der Katze. Der Stoffwechsel kann sich verändern, die Katze schneller Fett ansetzen. Oft sind kastrierte Katzen auch einfach etwas träger und gemütlicher. Dadurch senkt sich ihr Kalorienbedarf. Im Gegensatz dazu hat deine Katze, wenn sie kastriert ist, nicht so schnell ein Sättigungsgefühl wie eine unkastrierte Katze. Das ist ein wahrer Teufelskreis!

Zu wenig Bewegung

Wohnungskatzen sind wirklich super gerne Faultiere. Ist ja auch verständlich. Irgendwann haben die Katzen in der Wohnung alles gesehen, was es zu sehen gibt und haben gar keine Lust mehr, auf Entdeckungstouren zu gehen. Jagen, um an Nahrung zu kommen, müssen sie auch nicht. Du solltest deine Katze ein bisschen beschäftigen, denn Bewegung ist neben dem Futter enorm wichtig, damit deine Katze schlank und gesund bleibt. Ein paar Tipps für die Beschäftigung deiner Katze, damit sie nicht komplett zum Faultier wird, wenn du nicht zuhause bist, findest du im Artikel Katze allein zu Hause. Letztendlich können auch Katzenkrankheiten, die die Bewegung einschränken, zu Übergewicht führen. Gelenkerkrankungen sind bei der Gewichtszunahme eine klassische Ursache bei älteren Katzen. Auch Medikamente und Stoffwechselerkrankungen können Auslöser für eine schnelle Zunahme an Gewicht sein. Wir können es nicht oft genug wiederholen: Such eine Tiertherapeutin auf, die dir bei der Ursachenforschung hilft.

Wie erkenne ich, ob meine Katze zu dick ist?

Ein erster Anhaltspunkt, um zu erkennen, ob deine Katze zu dick ist, ist natürlich das Gewicht. Normale Hauskatzen wiegen zwischen 3,5 und 5,5 Kilo. Es kommt aber auch natürlich auf die Rasse an. Die Norwegische Waldkatze oder eine Main Coon zum Beispiel darf einiges mehr auf die Waage bringen als eine kleine Abessinierkatze. Du solltest für einen Test, ob du eine dicke Katze, untergewichtige oder eine normalgewichtige Katze hast, deinen Stubentiger einfach abtasten und ihren Körper begutachten. Bei der Körperkonditionsbeurteilung geht es um Rippen, Bauch und Taille deiner Katze.

Idealgewicht einer Katze erkennen

Hat deine Katze Idealgewicht, dann kannst du beim Abtasten die Rippen spüren. Zu sehen dürfen sie aber nicht sein. Hast du eine Langhaarkatze ist eine kleine, wirklich dünne Fettschicht über den Rippen normal. Fährst du nun weiter am Körper der Katze entlang, solltest du spüren, dass der Umfang nach hinten hin etwas geringer wird. Deine Katze sollte also eine Taille haben. Nun noch der Bauch! Auch wenn du hier von vorne nach hinten streichst, sollte sich die Katze verjüngen, also an Umfang etwas abnehmen. Am Bauchansatz darf ein kleines Fettpolster ertastbar sein. Wenn du deine Mieze von der Seite betrachtest, sollte ihre Bauchlinie leicht nach oben verlaufen. Soviel zum idealen Gewicht. Sieht man die Rippen eurer Katze und fühlt es sich schon ohne leichten Druck an, als würdest du auf einem Waschbrett herumfahren, dann ist der Tiger auf jeden Fall zu dünn. Dann brauchst du keine Diät für die Katze, sondern eindeutig mehr Futter und, falls sie ausreichend Futter bekommt, einen Tierarztbesuch. Eventuell besteht ein gesundheitliches Problem, weswegen deine Katze viel zu dünn ist. Jetzt lass uns aber wieder zurück zum eigentlichen Thema kommen, nämlich zur dicken Katze. Sobald du richtige Fettpolster sehen und ertasten kannst und die Rippen im Gegensatz dazu gar nicht oder nur sehr schwer spürst, ist deine Katze zu dick. Richtig starkes Übergewicht hat die Katze, wenn nicht nur am Bauch, sondern auch am Nacken, an den Flanken und im Gesicht deutliche Polster zu erkennen sind. Schwingt auch der Bauch noch hin und her? Dann solltest du wirklich aktiv werden. Ehe du nun aber deine Katze auf eine Null-Diät setzt, lies unsere Tipps und geh auf alle Fälle auch zu einer Tierärztin. Sie kann krankheitsbedingte Ursachen erkennen oder im besten Fall ausschließen.

Die Katzendiät – so nimmt die dicke Katze gesund ab

Viele Katzenbesitzer reduzieren einfach die Futtermenge für die dicke Katze. Das führt aber meist nicht zum Ziel. Natürlich solltest du die Menge der Leckerlis reduzieren und auch darauf achten, dass deine Katze eben genau soviel Futter bekommt, wie eine versierte Ernährungsspezialistin empfohlen hat. Damit deine Katze wirklich abnimmt und auch dauerhaft ihr optimales Gewicht hält, solltest du unsere Tipps unbedingt beachten.

Steig auf ein hochwertiges Katzenfutter um!

Schau dir genau an, was in deinem Katzenfutter, welches dein Liebling jeden Tag bekommt, drin ist und stelle auf ein hochwertiges Katzenfutter um. Wir empfehlen immer Nassfutter. Trockenfutter hat eine viel höhere Energiedichte und keinene Wasseranteil. Die Katze frisst einfach mehr davon und fühlt sich nicht satt. Außerdem besteht grundsätzlich oft das Problem, dass Katzen sehr wenig trinken. Das Trockenfutter ist für trinkfaule Stubentiger, bei denen du ohnehin schon auf Tricks wie einem Trinkbrunnen für Katzen zurückgreifen musst, wirklich nicht förderlich. Achte auf einen recht hohen Wert an tierischen Proteinen und einen Kohlenhydrat- bzw. Gemüseanteil von möglichst unter 5 %.

Teile auf viele kleine Mahlzeiten auf!

Hast du deine Katze auf Diät gesetzt, musst du natürlich die Mengen, die du fütterst, genau abmessen und wiegen. Pi mal Daumen reicht in dieser Situation nicht mehr. Wichtig ist, dass du nicht zweimal am Tag fütterst, sondern deiner Katze vier- bis sechsmal täglich etwas zu Essen zukommen lässt. Das ist natürlich wirklich schwierig, wenn man einem Job nachgeht. Dann helfen Futterspender, die immer nur eine kleine Menge freigeben. Warum so oft füttern? Die Katze sollte zwischendurch einfach keinen richtigen Kohldampf schieben. Nicht nur, dass sie dann schlingt und sich das Sättigungsgefühl nach der Futtermenge nicht so schnell einstellt. Die Katze hat nicht das Gefühl, satt zu sein. Es kann auch bei extremen Zeiten des Kohldampfs zu Schädigungen der Leber kommen. Deshalb auch:

Lass deine Katze niemals fasten!

Fastentage erzeugen nicht nur Stress und Unmut bei unseren Lieblingen, sie können auch richtig schädlich sein! Beim Fasten bekommt die Mieze einen mächtigen Eiweißmangel und dieser kann lebensbedrohlich sein. Zudem wird Fett in die Leber geschickt, was in der Natur den Jagdtrieb fördert und die Katze zwingt, nun unbedingt etwas fressen zu müssen. Bei unseren Hauskatzen führt dieser natürliche Vorgang allerdings zu heftigen Leberschäden.

Sorge für Bewegung!

Am wichtigsten ist für deine Katze, dass sie genug Bewegung bekommt. Ohne ein bisschen herumtollen, klettern und entdecken wird es der Katze schnell langweilig und sie liegt nur noch faul und dekorativ in der Wohnung herum. Neben dem Kratzbaum und Katzenspielzeug, mit dem sich die Katze selbst beschäftigt, solltest du deinem Stubentiger auch immer wieder Aufmerksamkeit schenken und mit der Katze zusammen spielen. Fast alle Katzen lieben die Angel. Oder bring deiner Samtpfote einfach mal eine Überraschung aus der Natur mit, die ihre Neugier weckt. Wunderbar, um einer Katze Bewegung zu verschaffen und sie auch gleich noch ein bisschen geistig zu fordern, sind Spielzeuge – egal, ob gekauft oder selbst gebastelt – bei denen die Nahrungsaufnahme zum Spiel wird. Futterlabyrinthe, Futter versteckt in kleinen Schachteln, Rollen und Butterbrottüten laden zum Fressen ein, aber die Katze muss auch etwas dafür tun.

Hab Geduld!

Der letzte Tipp ist nur für dich! Hab enorm viel Geduld und einen langen Atem. Es ist ganz normal, dass die dicke Katze nicht von heute auf morgen schlank ist. Da ist es genauso wie bei uns Menschen. Langsames Abnehmen, auch Gewichtsschwankungen sind völlig normal und sogar gesund. Geh davon aus, dass deine Mieze mit einer gesunden Abnehmstrategie ungefähr 1 Prozent ihres Gewichts pro Woche verliert, in mancher Woche vielleicht gar nichts. Es dauert also eine Weile, bis sich auch bei deiner Katze wieder eine Taille entwickelt hat. Sicher waren das noch nicht alle Tipps, die man so geben kann, wenn die Katze zu dick ist. Manche strecken zum Beispiel das Futter, teils mit dubiosen Fasern. Wir möchten aber lieber, dass unsere Katzen gesund und natürlich abnehmen. Sprich die Strategie mit deiner Ernährungsberaterin durch und sie wird dir noch einige wertvolle Hinweise geben. Hast du selbst eine dicke Katze und schon Erfolge beim Abnehmen gehabt? Dann erzähl uns doch davon. Einfach in die Kommentare schreiben, wie deine Erfahrungen sind. Und vielleicht hast du ja noch coole Tipps, die anderen Besitzern eines kleinen Garfields helfen könnten. Wir freuen uns über dein Feedback!

Autorin

Nicole Herrmann

Gründerin und Chefin von BESTE KUMPELS. Ihr Fokus ist Ernährung & Fitness für Hunde und ihre Menschen. Sie engagiert sich außerdem für Zero Waste und fördert innovative Ideen rund um den Umwelt- und Klimaschutz. Sie lebt zusammen mit Hildegard und den zwei Hündinnen Lilly & Pepper im Ruhrgebiet.

Teilen:

Share on facebook
Facebook
Share on pinterest
Pinterest
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.