Hund frisst Gras
16. April 2021

Hund frisst Gras! Ein Grund zur Panik?

Viele Hundebesitzer*innen sind beunruhigt – der Hund frisst Gras. Auch bei meinen Hunden stelle ich oft fest, dass sie bei langen Spaziergängen im Wald oder am Wegesrand das Gras fressen nicht lassen können. Ist Gras fressen gesundheitsschädlich für den Hund? Sie brauchen nicht in Panik zu verfallen. Ihr Hund ist nicht zum Schaf mutiert, sondern es ist in der Regel ein ganz natürliches Verhalten. Lesen Sie hier, warum Ihr Hund überhaupt Gras frisst und was Sie tun können, um das Verhalten zu kontrollieren.

Ist das gesund? Fälle, in denen Gras fressen gesundheitsschädlich sein kann

Ihr Hund frisst Gras? Es gibt einige Situationen, in denen Sie mit dem Gras fressen vorsichtig sein müssen. Wenn Sie in der Stadt leben, müssen Sie darauf achten, dass Ihr Hund nicht Gras vom Straßenrand aufnimmt. In den Pflanzen und Gräsern am Straßenrand sammeln sich Schadstoffe vom Verkehr, was bei übermäßigem Konsum zu einer Gefahr werden kann.

Wenn Sie auf dem Land wohnen, achten Sie am Acker darauf, dass der Hund kein Gras frisst, wenn gedüngt wird. Besonders bei chemischen Düngern, Insektiziden und Herbiziden ist das Gras mit Vorsicht zu genießen.

Auch scharfkantige Gräser sind nicht ideal für den Hund, denn diese Grashalme könnten innere Organe wie die Speiseröhre oder das Innere des Mauls verletzen. Im weniger schlimmen Fall, aber trotzdem nicht schön: Der Hund bekommt Bauchschmerzen und Durchfall.

Warum fressen Hunde Gras?

Es kann viele Gründe geben, warum Ihr Hund Gras frisst. Grundsätzlich ist es ein körperliches Bedürfnis des Hundes, es genüsslich zu vertilgen. Deswegen sollten Sie den Hund nicht bestrafen oder es ihm untersagen. Es ist ein ganz gewöhnliches und natürliches Verhaltensmuster, welches auch in der Natur zu beobachten ist. Wenn man sich mit dem Wolf, Schakal oder Kojoten genauer beschäftigt, kann man feststellen, dass auch sie Gräser und andere pflanzliche Nahrung aufnehmen.

Die Hauptgründe für das Fressen von Gras

  1. Das häufigste Problem: Gras fressen gegen Verdauungsprobleme. Hunde können durch ihren natürlichen Instinkt abschätzen, was sie zur optimalen Verdauung benötigen. Im Gras sind wertvolle Ballaststoffe enthalten, die den Verdauungsprozess verbessern können. Einige Hunde versuchen auch durch eine hohe Grasaufnahme zu erbrechen, um beispielsweise Giftstoffe im Magen loszuwerden. Wenn Ihr Hund regelmäßig bis zum Erbrechen Gras frisst, kann das aber ein Hinweis auf eine Erkankung sein. Bitte verwechseln Sie dieses Verhalten nicht mit dem von Katzen. Katzen fressen Gras, um sich von Haar, das sie durch das Putzen aufgeleckt haben, durch Erbrechen zu befreien.
  2. Ein ebenso wichtiges Symptom ist Sodbrennen. Bei einem Anfall von Sodbrennen durch zum Beispiel Refluxprobleme neigen Hunde dazu, viel Gras aufzunehmen. Das lindert die Beschwerden kurzfristig.
  3. Ein weiterer Grund ist für Gras fressen ein Mangel an Chlorophyll. Das ist das das grüne Pigment, das in Pflanzen und Algen vorkommt. Chlorophyll kann dem Hund helfen, rote Blutkörperchen aufzufüllen. Es schützt außerdem unter anderem vor Zelluntergang und Infektionen. Wenn Ihr Hund mehr Chlorophyll benötigt, ist Gras eine eher ungeeignete Quelle, da es schwer verdaulich ist. Füttern Sie in diesem Fall gedämpftes oder zerkleinertes grünes Gemüse wie Grünkohl, Brokkoli, Spinat und etwas Petersilie.
  4. Nicht immer muss es ein Verlangen des Körpers sein, dass Ihr Hund Gras frisst. Es kann auch vorkommen, dass es sich um psychische Ursachen handelt. Aber selbst bei Gründen, die mit der Verdauung nichts zu tun haben, ist das Gras fressen immer noch kein Grund zur Besorgnis: Stress, der beispielsweise durch eine Hunde-Begegnung entstehen kann, wird oft durch Gras fressen kompensiert.
  5. Der letzte Grund für Gras fressen: Es schmeckt dem Hund einfach gut und es macht Spaß an den grünen Stängeln zu knabbern. Daran werden Sie auch durch Schimpfen nichts
    ändern.
 

Gras fressen gegen Verdauungsprobleme. Wie können Sie Ihren Hund jetzt unterstützen?

Gras fressen kann bei Verdauungsproblemen helfen. Aber Sie brauchen natürlich nicht zur Weide fahren und einen Ballen Heu holen. Außderdem ist Gras extrem schwer zu verdauen und kann den Darm auf Dauer belasten. Das erkennen Sie daran, dass die Grasstängel wieder vollständig ausgeschieden werden.

Dennoch sollten Sie sich das Futter Ihres Hundes einmal genau ansehen und überlegen, ob Sie etwas verbessern können. Vielleicht verträgt der Hund das Futter nicht oder er kann es nicht gut mehr genug verdauuen. Das kann zu Magen-Darm-Störungen wie Sodbrennen führen. Gerade wenn Ihr Hund massiv viel Gras frisst, können Sie ihn durch ein passendes Futterkonzept bei der Verdauung unterstützen. Hierbei kommt es sowohl auf Art und Zusammensetzung des Futters, als auch auf die Futtermenge und Ihr Futterintervall an. Auch spezielle Futterergänzungen können helfen.

Der Hund frisst massiv Gras! Wann müssen Sie zum Tierarzt?

Wenn Ihr Hund verzweifelt Gras frisst und Sie das Gefühl haben, dass er sich nicht gut fühlt, ist es möglicherweise an der Zeit, sich mit eine*r ganzheitlichen Tierarzt*in in Verbindung zu setzen.

Folgende Symptome müssen Sie ernst nehmen:

  • Es wird nicht anderes mehr gefressen als Gras
  • Regelmäßiges massives Gras fressen bis zum Erbrechen
  • Blut im Kot oder dem Erbrochenen. Ist der Kot sehr schleimig, kann es sich um eine Entzündung des Verdauungsapparates handeln!
  • Unregelmäßiger Kotabsatz oder Verstopfung
  • Grashalme die am After festhängen und sich nicht mehr mit der Hand lösen lassen
 

Mein Tipp: Überprüfen Sie nach einem Spaziergang auch das Maul des Hundes. Zecken, die durch das Gras fressen ins Maul gelangen könnten, kriechen gern in das Zahnfleisch oder stechen in die Lefzen.

Mein Fazit: Gras fressen ist für Hunde ein natürliches Verhalten. Stellen Sie aber sicher, dass Ihr Hund Zugang zu schönen langen Gräsern hat, die frei von Straßendreck, Herbiziden und Pestiziden sind. Füttern Sie ausreichend grünes Gemüse hinzu oder verwenden Sie Chlorella Algen oder maritimes Phytoplankton um den den natürlichen Chlorophyllbedarf Ihres Hundes zu decken.

Machen Sie sich nicht zu viele Sorgen und behalten Sie Ihren vierbeinigen Kumpels im Auge. Vermeiden Sie Schimpfen und Bestrafung. Wenn der Hund vom Straßenrand oder Ackerrand Gras fressen will, lieber mit Hundeerziehung auf ein Kommando verständigen, das den Hund zum Beispiel direkt zu Ihnen kommen lässt. Eine Belohnung ist hierbei selbstverständlich.

Haben Sie noch spezielle Fragen, Erfahrungen oder Anmerkungen? Dann hinterlassen Sie mir doch gerne einen Kommentar.

 

Autorin

Hildegard Ockenfels

Mitbegründerin von BESTE KUMPELS. Sie arbeitet als Futterexpertin und -coachin, Raw Dog Food Nutrition Specialist & Theta Healing Practioner, um Hunden, Katzen und ihren Menschen zu helfen, gesund zu bleiben. Zusätzlich absolviert Hildegard eine Ausbildung in Kräuterkunde & Homöopathie für Hunde. Sie lebt zusammen mit ihrer Frau und den zwei Hündinnen Lilly & Pepper im Ruhrgebiet.
Gras fressen gegen Verdauungsprobleme
Füttern Sie Ihrem Hund regelmäßig grünes Gemüse gegen Gras fressen

Meine 7 wichtigsten Gründe, warum Ihr Hund Gras frisst

  1. Verdauungsprobleme
  2. Sodbrennen
  3. Mangel an Chlorophyll
  4. Stress im Alltag und Überforderung
  5. Unterforderung oder Langeweile
  6. Durst oder Hunger
  7. Natürliches Verhalten
 

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