Enzyme für Hunde
12. August 2021

Warum Enzyme für Hunde und Katzen Verdauungsprobleme verbessern

Hunde und Katzen produzieren von Natur aus eigene Verdauungsenzyme. Diese Enzyme sind lebensnotwendig, denn sie helfen dabei, die Nahrung in kleinere Einheiten zu zerlegen. Sie sind für die endgültige Verdauung von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten zuständig. Wenn die Enzymproduktion gestört ist, hat das Folgen für die allgemeine Gesundheit deiner Fellnase.

Enzyme regulieren die Verdauung

Verdauungsenzyme werden hauptsächlich von der Bauchspeicheldrüse deines Hundes und deiner Katze produziert. Während das Futter vom Magen in den den Dünndarm wandert, setzt die Bauchspeicheldrüse Enzyme frei, die auf Fette, Kohlenhydrate und Proteine wirken. Sie bauen die verschiedenen Nahrungsbestandteile ab und setzen Nährstoffe frei, damit der Darm sie aufnehmen kann. Verdauungsenzyme sind in verschiedene Gruppen eingeteilt:

  • Amylase spaltet Kohlenhydrate, Stärke und Zucker aus pflanzlichen Zutaten wie Kartoffeln, Getreide und Früchten auf.
  • Pepsin und proteolytische Enzyme (Proteasen) verdauen Proteine und wandeln sie in kleinere Einheiten um.
  • Lipase wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und in den Dünndarm abgegeben, um Fette zu verdauen
 

Enzyme können auch ganz natürlich in der Nahrung vorkommen. Einige rohe Früchte wie Bananen, Mango, Papaya, Ananas oder Kiwi enthalten viele Enzyme. Aber durch den Anbau auf ausgelaugten Böden und unter der Weiterverarbeitung unter Hitzeeinwirkung (zum Beispiel durch Trocknen), gehen diese Enzyme verloren.

Wann sind zusätzliche Enzyme für Hunde und Katzen sinnvoll?

  • Bei Enzymmangel in der Nahrung

    Wenn durch zu hohe Temperaturen die natürliche Form der Enzyme zerstört ist, verlieren sie ihre Funktionsfähigkeit. Daher fehlen bei jedem hocherhitzten Futter wie Trockenfutter oder Kochfutter natürliche Verdauungsenzyme. In diesem Fall muss die Bauchspeicheldrüse alle Enzyme selbst bereitstellen, die zur Verdauung der Nahrung benötigt werden. Das kann zu einer Überlastung des Organs und des gesamten Verdauungssystems führen. Trockenfutter enthält außerdem viel mehr Kohlenhydrate als die natürliche Beute von Hund oder Katze. Tatsächlich fehlen bei Hunden und Katzen auch die Amylasen im Speichel – ein weiterer Hinweis darauf, dass die Verdauung großer Kohlenhydratmengen von Natur aus nicht vorgesehen ist.

  • Bei allen Verdauungsstörungen

    Enzyme können Stress in den Verdauungsorganen reduzieren, indem sie helfen, schwer verdauliches Eiweiß, Stärke und Fett in kleinste Teile aufzuspalten. Dadurch können sich Symptome wie Blähungen, Aufstoßen oder Sodbrennen verringern.

  • Bei Mangel an Magensäure und Sodbrennen

    Eine Rückbildung von Magensäure kann durch Erkrankungen, durch Älterwerden oder die regelmäßige Gabe von Magensäureblockern wie zum Beispiel Omeprazol entstehen. Durch zu wenig Magensäure oder die Veränderung des ph-Werts innerhalb des Magens kann das Futter nicht optimal verdaut werden; es werden zudem zu wenig Enzyme produziert. Das kann zu Sodbrennen führen. Außerdem können durch eine schlechte Verdauungsleistung viele Mikronährstoffe nicht freigesetzt werden. Das führt auf Dauer zu Nährstoff- und Enzymmangel. Zusätzliche Verdauungsenzyme können die Verdauung deines Hundes und deiner Katze daher verbessern. Sie unterstützen eine normale Säureproduktion und unterstützen die Nährstoffaufnahme.

  • Bei Lebererkrankungen und anderen Krankheiten

    Es gibt einige Erkrankungen, bei denen die nötigen Verdauungsenzyme nicht in ausreichender Menge hergestellt werden können. Bei Hunden und Katzen, die an einer Lebererkrankung leiden, besteht der Verdacht für einen gleichzeitigen Mangel an wichtigen Enzymen. Auch Erkrankungen wie IBD, Leaky Gut Syndrom (Durchlässiger Darm) oder SIBO (Dünndarmfehlbesiedlung) können die Enzymproduktion stark beeinträchtigen.

  • Bei einer Insuffizienz der Bauchspeicheldrüse (EPI)

    Wenn Tierärzte über einen Mangel an Enzymen bei Hunden und Katzen sprechen, beziehen sie sich in der Regel auf die exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI). Unter einer chronischen Pankreasinsuffizienz versteht man die Unfähigkeit der Bauchspeicheldrüse, die für die Verdauung notwendigen Enzyme in ausreichender Menge herzustellen. Dies erfordert in der Regel die Gabe von Pankreasenzymen tierischen Ursprungs. Sogar konventionell arbeitende Tierärzt:innen verschreiben in diesem Fall Pankreasenzyme. Diese Enzyme werden am besten mit dem Futter gegeben.

Wie erkenne ich einen Enzymmangel bei Hund und Katze?

Symptome, die auf einen Mangel an Enzymen hindeuten, sind:

  • Blähungen
  • Aufstoßen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Mangelnde Vitalität
  • Schilddrüsenprobleme
  • Stumpfes Fell
  • Haarausfall
  • Maulgeruch
  • Sodbrennen
  • Bauchgurgeln oder Magenknurren
  • Bauchschmerzen
  • Übelriechender Kot
  • Ungewöhnliche Kotfarbe
  • Unverdautes Futter im Kot

 

Mögliche Symptome einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung:

  • Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen
  • Schmerzen im Oberbauch und Rücken
  • Chronischer Durchfall
  • Gewichtsverlust
  • Mangelnde Vitalität, Apathie

Gut zu wissen: Tiere mit EPI oder einer massiven Bauchspeicheldrüsenschwäche entwickeln häufig eine bakterielle Überwucherung des Dünndarms (SIBO). Dies liegt daran, dass dadurch unverdaute Nahrung durch den Darm gelangt. Dies nährt Bakterien im Dünndarm, so dass sie dort wachsen können (statt im Dickdarm, wo sie normalerweise leben).

 
 

 

 


Auch Tiere mit Allergien und Futterunverträglichkeiten, häufigen Ohrenentzündungen oder Hautproblemen profitieren von Enzymen für Hunde und Katzen. Diese Probleme sind in der Regel auf eine schlechte Darmgesundheit und einem dadurch entstandenen Nährstoffmangel zurückzuführen. Eine Unterstützung mit Verdauungsenzymen kann die Verdauungsleistung wesentlich erhöhen und zu mehr Wohlbefinden beitragen.
Verdauungsenzyme für Hunde und Katzen

Hildegards Enzyme für Hunde und Katzen mit Verdauungsschwäche

Zur Unterstützung verdauungssensibler Hunde und Katzen. Auf rein pflanzlicher Basis.

Vorteile von Verdauungsenzymen für Hunde und Katzen

Die Auswahl der richtigen Verdauungsenzyme ist entscheidend

Ohne Verdauungsenzyme kann Futter nicht verwertet werden. Verwende aber nach Möglichkeit kein Nahrungsergänzungsmittel mit menschlichen Verdauungsenzymen. Dein Tier hat einen sehr spezifischen Enzymbedarf. Verdauungsenzyme für Hunde und Katzen sind in der Regel in Kapseln oder Pulverform erhältlich, so dass sie leicht über das Futter gestreut oder unter dieses gemischt werden können. Denk’ daran, dass Hitze Enzyme abtötet. Das Futter darf nach der Zugabe von Enzymen nicht mehr erhitzt werden.

Pankreasenzyme

Pankreasenzyme bestehen in der Regel aus getrockneter und gemahlener Bauchspeicheldrüse vom Schwein. Die Bauchspeicheldrüse ist das Organ, das bei deinem Hund und deiner Katze die meisten Verdauungsenzyme produziert. Daher unterstützt und stärkt die Gabe von Bauchspeicheldrüse das eigene Organ. Außerdem kann Bauchspeicheldrüsenextrakt die eigene Fähigkeit der Bauchspeicheldrüse zur Herstellung von Verdauungsenzymen animieren.

Wenn dein Tier an EPI leidet, sollten die Pankreasenzyme mit Trinkwasser oder etwas Brühe durchfeuchtet werden. Vor der Fütterung 20-60 Minuten einwirken lassen.

Pflanzliche Enzyme auf Basis von Pilzen

Verwende zur Behandlung von allgemeinen Verdauungproblemen, Darmerkrankungen und zur besseren Nährstoffaufnahme sowie Vorbeugung von Nährstoffmangel natürliche Enzyme, die aus Pilzen gewonnen wurden. Solche Enzyme sind im Vergleich zu Pankreasenzymen widerstandsfähiger gegenüber dem ph-Wert im Magen.

Verdauungshilfen können außerdem beim Abnehmen oder bei der Fettverbrennung helfen und bei Verstopfung entgegenwirken. Das soll dich allerdings nicht dazu einladen, Enzyme als Diätpille bei deinem Vierbeiner einzusetzen! Wie dein Tier gesund abnehmen kann, haben wir in unserem Blog-Artikel zum Thema Übergewicht zusammengefasst. Lies gern rein!

Eine Futterergänzung mit Enzymen …

  • … kann den Kotabsatz verbessern und reduzieren
  • … kann zu einem höherem Sättigungsgefühl beitragen
  • … kann zu einer besseren Nährstoffaufnahme führen

 

Verwende Futter, das natürliche Verdauungsenzyme enthält

Du kannst deine Fellnase auch mit frischen Zutaten unterstützen. Rohes Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten oder guter Erzeugung ist eine hervorragende Quelle für natürliche Verdauungsenzyme.

Besonders bei der Rohfütterung (BARF) kannst du folgende Zutaten bei deinem Hund verwenden:

  • Ananas
  • Papaya
  • Mango
  • Kiwis
  • Kefir & Joghurt, vorzugsweise aus Schafs- oder Ziegenmilch
  • Fermentiertes Gemüse mit EM (effektive Mikroorganismen)
  • Apfelessig
  • Rohhonig
 

Bedenke: Katzen haben einen anderen Ernährungsbedarf als Hunde. Sie sind nahezu zu 100 % Fleischfresser. Wir empfehlen, deine Katze nur gelegentlich mit etwas Ziegenkefir zu verwöhnen. Bitte achte auch auf mögliche Unverträglichkeiten.

Haben Verdauungsenzyme für Tiere Nebenwirkungen?

Enzymhaltige Futterergänzungen sind sehr gut verträglich und nützlich. Nebenwirkungen wie Blähungen oder Durchfall können am Anfang auftreten oder wenn zu hohe Dosierungen gefüttert oder die Dosierungsempfehlungen insgesamt ignoriert werden. Reduziere die Dosis in diesem Fall, bis sich der Körper an die neue Verdauungsunterstützung gewöhnt hat.

Hildegards Tipp:

Verwende generell zusätzliche pflanzliche Verdauungsenzyme, wenn dein Hund oder deine Katze

  • Trockenfutter, Dosenfutter oder anderes gekochtes Futter bekommt
  • Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Hautprobleme hat
  • unter EPI, Malabsorption oder anderen Verdauungsproblemen leidet
  • chronische, entzündliche Erkrankungen hat, einschließlich Gelenkprobleme wie Arthritis
  • bereits älter ist und zu den Senioren zählt
  • www.dogsnaturallymagazine.com/enzymes-and-your-dog
  • www.herbano.com/de/ratgeber/verdauungsenzyme
  • www.ivcjournal.com/digestive-enzymes

Autorin

Hildegard Ockenfels

Mitbegründerin von BESTE KUMPELS. Sie arbeitet als Futterexpertin und -coachin, Raw Dog Food Nutrition Specialist & Theta Healing Practioner, um Hunden, Katzen und ihren Menschen zu helfen, gesund zu bleiben. Sie lebt zusammen mit ihrer Frau und den zwei Hündinnen Lilly & Pepper im Ruhrgebiet.

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