Würmer beim Hund – Ursachen, Symptome & Behandlung
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- Zuletzt aktualisiert: Oktober 2025
Inhaltsverzeichnis
Welche Würmer können Hunde haben?
Wenn von „Würmern beim Hund“ die Rede ist, denken viele sofort an Spulwürmer, Bandwürmer oder Hakenwürmer. Diese gehören zu den Mehrzellern und sind im Körper deutlich größer als Einzeller. Sie befallen vor allem den Darm und werden im fortgeschrittenen Stadium manchmal sogar mit bloßem Auge im Kot sichtbar.
Daneben gibt es jedoch auch Einzeller (Protozoen) wie Giardien oder Kokzidien. Sie sind winzig klein und nur unter dem Mikroskop nachweisbar. Auch sie können den Darm deines Hundes belasten und Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen verursachen. Beide können ähnliche Symptome auslösen, erfordern aber unterschiedliche Behandlungen.
Nicht jeder Nachweis von Spulwurm, Bandwurm oder Giardien bedeutet sofort eine schwere Erkrankung. Viele Hunde zeigen erst bei stärkerem Befall Beschwerden. Wichtig ist deshalb eine klare Diagnose durch eine Kotuntersuchung – bevor du entscheidest, ob und wie behandelt werden muss.
Hinweis: Neben den klassischen Darmparasiten gibt es auch Herz- und Lungenwürmer. Diese siedeln sich nicht im Verdauungstrakt, sondern in lebenswichtigen Organen an. Ein Befall gilt als schwere Erkrankung und ist mit den üblichen Darmwürmern nicht vergleichbar. Hier ist eine tierärztliche Abklärung und gezielte Behandlung unverzichtbar.
Häufige Wurmarten beim Hund
- Spulwürmer (Toxocara canis, Toxascaris leonina): Besonders bei Welpen häufig. Eine Ansteckung kann sogar über die Muttermilch erfolgen. Typische Anzeichen sind Durchfall, Abmagerung oder ein aufgeblähter Bauch.
- Hakenwürmer (Ancylostoma, Uncinaria): Sie heften sich an die Darmschleimhaut und können Blutverluste verursachen. Ein stärkerer Befall kann zu blutigem Durchfall oder Anämie führen.
- Peitschenwürmer (Trichuris vulpis): Seltener, aber nicht weniger unangenehm. Sie verursachen bei Hunden mitunter schleimigen oder blutigen Kot.
- Bandwürmer (Dipylidium, Taenia, Echinococcus): Ein Bandwurm beim Hund kann durch Flöhe oder rohes Fleisch übertragen werden. Auffällig ist manchmal das Absetzen kleiner „Reiskorn-Segmente“ im Kot.
Einzeller beim Hund
- Giardien beim Hund: Diese winzigen Parasiten sind Einzeller und führen häufig zu wiederkehrendem Durchfall, Blähungen und schleimigem Kot. Besonders Jungtiere sind anfällig.
- Kokzidien beim Hund: Ebenfalls Einzeller, die vor allem bei Welpen auftreten und zu Reizungen der Darmschleimhaut führen können.
Woran erkennst du Würmer beim Hund?
Ein leichter Wurmbefall beim Hund bleibt in der Regel unsichtbar. Viele Tierhalter glauben noch immer, dass man Würmer einfach mit bloßem Auge im Kot erkennen kann, doch das stimmt so nicht.
Tatsächlich sind Wurmeier mikroskopisch klein und ohne Laboruntersuchung gar nicht erkennbar. Ein Befall wird für dich erst dann sichtbar, wenn ausgewachsene Würmer in großer Zahl vorhanden sind. In diesem Stadium kommt es vor, dass adulte Würmer ausgeschieden werden, im Kot oder in schweren Fällen auch durch Erbrechen.
Wenn es so weit kommt, bedeutet das allerdings, dass der Befall bereits sehr stark fortgeschritten ist. Frühere, weniger offensichtliche Anzeichen wie Durchfall, Abmagerung oder Blähungen sind deshalb oft viel aussagekräftiger.
Viele Halter sind überrascht, wenn ihr Hund Würmer hat. Dabei gilt: Jedes Tier kann sich grundsätzlich anstecken. Würmer sind wahre Meister der Verbreitung, denn ihre Eier überleben lange in der Umwelt und finden auf vielfältigen Wegen den Weg in den Organismus.
Ob es tatsächlich zu einem Befall kommt, hängt stark von der Widerstandskraft des Körpers ab. Ein gesunder Hund mit stabiler Darmflora und guter Abwehr kann geringe Mengen an Parasiten oft problemlos kontrollieren. Erst wenn das Gleichgewicht gestört ist – etwa durch Stress, Krankheit oder ein geschwächtes Immunsystem – können sich Würmer stärker ausbreiten und Beschwerden verursachen.
Typische Übertragungswege:
- Kot anderer Tiere: In der Umwelt überleben Wurmeier oft monatelang. Dein Hund muss sie nicht einmal direkt aufnehmen – schon das Ablecken der Pfoten nach einem Spaziergang genügt.
- Beutetiere & Aas: Mäuse, Schnecken oder anderes Aas können Zwischenwirte sein und so Würmer übertragen.
- Flöhe: Besonders Bandwürmer werden häufig über Flöhe eingeschleppt. Schluckt der Hund beim Knabbern einen Floh, gelangen die Larven in den Darm.
- Mutterhündin: Spulwürmer können über die Plazenta oder später über die Muttermilch auf Welpen übergehen.
- Kontaminierte Umgebung: Auch scheinbar saubere Parks oder Gärten können belastet sein. Ein Hund muss gar nicht sichtbar etwas aufnehmen, um mit Wurmeiern in Kontakt zu kommen.
Welche Folgen kann ein Wurmbefall beim Hund haben?
Ein Wurmbefall bedeutet nicht automatisch, dass dein Hund ernsthaft krank ist. Viele Hunde tragen eine geringe Zahl an Würmern in sich, ohne dass es ihnen schadet. Ihr Immunsystem hält die Parasiten dann gut in Schach – das gehört sogar zu einem gewissen Maß zum normalen Gleichgewicht im Darm.
Wann ein Befall problematisch wird
- Durchfall oder Erbrechen
- sichtbare Würmer im Kot oder Erbrochenem (erst bei starkem Befall erkennbar)
- Juckreiz an der Analgegend („Schlittenfahren“)
- Blähungen
- Bauchschmerzen
- Appetitverlust oder gesteigerter Appetit
- Stumpfes Fell
- Schleim im Kot
- Blutiger Kot
- Anämie (Blutarmut)
- Husten (z. B. bei Spulwürmern, die durch die Lunge wandern)
- Fieber (bei starker Belastung oder Sekundärinfektionen)
Bedenke: Viele dieser Symptome können auch andere Ursachen haben – von Infektionen bis hin zu Futterunverträglichkeiten. Ein sicherer Nachweis gelingt nur über eine Kotuntersuchung. Sie zeigt, ob es sich tatsächlich um Würmer handelt.
Chemische Wurmkur oder Kotuntersuchung?
Was sind Wurmkuren eigentlich?
Wurmkuren sind Tierarzneimittel, die speziell dafür entwickelt wurden, Würmer im Körper des Wirts abzutöten. Die enthaltenen Wirkstoffe setzen am Nervensystem der Parasiten an: Sie blockieren bestimmte Signalwege, sodass die Würmer gelähmt und anschließend ausgeschieden werden können.
Dieser Wirkmechanismus erklärt auch, warum man im Alltag manchmal von „Nervengiften“ liest – gemeint ist, dass die Substanzen gezielt in den Nervenstoffwechsel der Würmer eingreifen.
Viele Hundehalter fragen sich deshalb: Ist eine Wurmkur wirklich immer nötig?
Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Eine sogenannte „prophylaktische Entwurmung“, also eine Behandlung ohne vorherige Diagnose, bedeutet für den Hund zwar eine medikamentöse Belastung – gibt aber keine Sicherheit, ob überhaupt Würmer vorhanden sind.
Kotuntersuchung als Alternative
Eine sinnvolle Möglichkeit ist, bei Auffälligkeiten oder als regelmäßige Vorsorge zuerst eine Kotprobe untersuchen zu lassen. Dabei wird geprüft, ob und welche Parasiten tatsächlich vorliegen. So kannst du sicher entscheiden, ob eine Wurmkur wirklich notwendig ist – oder ob dein Hund vielleicht gar keine Behandlung braucht.
Sanfte Begleiter für den Darm
Wie jedes Arzneimittel können auch Wurmkuren Nebenwirkungen haben. Genauere Informationen findest du immer im Beipackzettel der jeweiligen Produkte. Manche Tiere vertragen sie ohne sichtbare Effekte, bei anderen können Magen-Darm-Beschwerden oder Müdigkeit auftreten. Deshalb ist es sinnvoll, sich zu fragen: Braucht mein Hund gerade wirklich eine Wurmkur oder möchte ich zuerst durch eine Kotuntersuchung klären, ob überhaupt ein Befall vorliegt?
Manche Hundehalter wünschen sich daher eine natürliche Unterstützung der Darmgesundheit. Dafür werden zum Beispiel traditionell Hausmittel, Kräuter oder probiotische Ergänzungen eingesetzt, die das Verdauungssystem unterstützen und zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen können.
Ein guter Weg ist eine Kombination aus Wissen, Kontrolle und individueller Entscheidung. Mit einer Kotuntersuchung hast du Klarheit – und kannst dann entscheiden, ob eine Wurmkur oder eine begleitende Unterstützung sinnvoll ist.
Naturnahe Ernährung – die Basis für ein starkes Fundament
Eine naturnahe Ernährung ist das Herzstück für die Gesundheit deines Hundes. Je ursprünglicher und ausgewogener die Futterzusammensetzung, desto besser kann der Organismus in Balance bleiben. Das bedeutet: Dein Hund kann Belastungen besser abwehren, sein Immunsystem arbeitet stabiler und er entwickelt eine höhere Widerstandskraft gegenüber alltäglichen Stressfaktoren.
Diese Widerstandskraft nennen wir Resilienz. Resilienz bedeutet, dass dein Hund trotz kleiner Rückschläge – sei es ein Infekt, eine Verdauungsstörung oder Stress – schneller wieder in sein Gleichgewicht findet. Genau das macht ihn insgesamt vitaler und sorgt dafür, dass er auch langfristig stark und stabil bleibt.
Achte darauf, Zucker, Stärke und stark verarbeitete Bestandteile in der täglichen Fütterung zu reduzieren. Stattdessen darf der Napf mit hochwertigem Fleisch, knackigem Gemüse und gesunden Fetten gefüllt sein!
Wenn du unsicher bist, welche Ernährung wirklich zu deinem Hund passt, begleite ich dich gern persönlich:
Individuelle Ernährungs- und Vitalstoffberatung für Hunde
Natürliche Begleiter für die Darmgesundheit deines Hundes
Viele Hundehalter suchen nach sanften, chemiefreien Ergänzungen, die den Organismus ihres Hundes im Alltag begleiten können. Wichtig: Entsprechend dem allgemeinen veterinärmedizinischen Wissensstand ersetzen natürliche Hausmittel oder Kräuter keine tierärztliche Behandlung und wirken nicht gezielt ‚antiparasitär‘. Sie können aber zur begleitenden Unterstützung des Verdauungstraktes eingesetzt werden und das allgemeine Wohlbefinden fördern.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Fütterung stärkt den gesamten Organismus. Weniger Zucker und Stärke können helfen, das natürliche Gleichgewicht im Darm zu bewahren.
- Fermentiertes Gemüse & Kräuter: Hildegards Ferment wird traditionell genutzt, um die Vielfalt der Darmflora zu bereichern und die Verdauung sanft zu begleiten.
- Enzyme: Verdauungsenzyme können den Abbau von Nährstoffen unterstützen und sind bei vielen Haltern eine beliebte Ergänzung für die tägliche Fütterung.
- Kräutermischungen: Hildegards Darmbalance kombiniert wertvolle Pflanzen wie Thymian, Wermut oder Salbei. Sie kann die natürliche Funktion des Verdauungssystems sanft begleiten.
Hinweis: Diese natürlichen Begleiter sind Ergänzungen im Alltag deines Hundes. Sicherheit über einen Wurmbefall bringt nur eine Kotuntersuchung – so weißt du, ob eine tierärztliche Behandlung notwendig ist.
Fazit: Bewusst handeln statt pauschal entwurmen
Fast jeder Hund kommt im Laufe seines Lebens mit Würmern in Kontakt – das ist nichts Ungewöhnliches und kein Grund zur Sorge. Entscheidend ist, wie du damit umgehst.
Statt pauschal zur Wurmkur zu greifen, lohnt es sich, bewusst hinzusehen und zu unterscheiden:
- Eine Kotuntersuchung gibt dir Sicherheit, ob überhaupt ein Befall vorliegt.
- Eine gezielte Behandlung erfolgt dann nur, wenn es wirklich notwendig ist.
- Naturnahe Ernährung und sanfte Begleiter können den Darm im Alltag unterstützen und für Balance sorgen.
So vermeidest du unnötige Belastungen und stärkst gleichzeitig die Widerstandskraft deines Hundes. Bewusst handeln heißt: „Erst prüfen, dann entscheiden!“
Alles Liebe,
deine Hildegard



