Vestibularsyndrom beim Hund – Ursachen, Symptome & Behandlung
Inhaltsverzeichnis
Was ist eigentlich das Vestibularsyndrom beim Hund?
Die Symptome auf einen Blick
- Schnelle, horizontale Augenbewegungen (Nystagmus)
- Einseitige Kopfschiefhaltung
- Schwierigkeiten aufzustehen
- Unfähigkeit zu stehen und zu sitzen
- Gleichgewichtsstörungen (betroffene Hunde taumeln wie Betrunken)
- Übelkeit
- Erbrechen
- Appetitlosigkeit
- Probleme Objekte mit den Augen zu fokussieren
- Lichtempfindlichkeit
- Hörverlust
Die Probleme entstehen im vestibulären System
Bevor wir uns den Ursachen für das Vestibularsyndrom beim Hund widmen können, müssen wir zunächst verstehen, wo all diese Symptome ihren Ursprung haben. Das führt uns geradewegs zum vestibulären System. Wahrscheinlich geht es dir so wie den meisten Menschen. Denn vom vestibulären System haben viele Hundehalter noch nie etwas gehört. Hinter diesem Begriff verbirgt sich das Gleichgewichtsorgan deines Hundes. Er benötigt es, um seine Bewegungen zu koordinieren und sich in der Umwelt zurechtzufinden. In den Aufgabenbereich des sogenannten Vestibularapparates fällt auch die Abstimmung zwischen Augen- und Kopfbewegung. Dadurch wird schnell klar, warum das Vestibularsyndrom beim Hund hauptsächlich durch Kopfschiefhaltung, Nystagmus und Gleichgewichtsstörungen gekennzeichnet ist. Lass uns dieses System im Inneren deines Hundes trotzdem noch ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen. Denn um die Ursache der Erkrankung verstehen zu können, müssen wir zunächst den Vestibularapparat kennen. Keine Sorge, du musst jetzt keine trockene Abhandlung lesen. Versprochen!
Das vestibuläre System deines Hundes besteht aus zwei Hauptteilen: dem peripheren Anteil im Innenohr und dem zentralen Anteil im Gehirn (Hirnstamm und Kleinhirn). Das sogenannte Vestibularorgan sitzt im Innenohr. Es besteht aus kleinen Kammern und Bogengängen. Du kannst dir das ein bisschen wie ein Labyrinth vorstellen. Die Bogengänge laufen in verschiedene Richtungen. Sie registrieren, wenn dein Hund seinen Kopf dreht. Auch die linearen Bewegungen wie vor und zurück, hoch und runter werden vom Innenohr bemerkt. Dafür sind die sogenannten Macularorgane zuständig. Vielleicht fragst du dich, woran das Innenohr merken soll, wie sich dein Hund bewegt. Nun, dafür hat die Natur ein ziemlich geniales System entwickelt. Denn im Ohr sitzen feine Härchen, die mithilfe von Flüssigkeit bewegt werden. Vereinfacht ausgedrückt, werden diese Haarzellen nach links bewegt, wenn dein Hund den Kopf nach links dreht. Dabei helfen die sogenannten Otokonien. Was wie der Name eines Fabelwesens klingt, sind jedoch winzig kleine Kristalle aus Calciumcarbonat. Sie sind in eine gallertartige Schicht eingebettet. Wenn dein Hund also nun seinen Kopf nach links dreht, wandern die Otokonien mit und drücken auf die feinen Sinneshärchen. Diese Information wird dann über den Hirnnerv ans Gehirn geschickt. Clever, oder?
Sobald die Informationen im Gehirn ankommen, befinden sie sich im zentralen Teil des Vestibularapparates. Der Hirnstamm gleicht nun die empfangenen Daten mit den Hinweisen der anderen Sinneseindrücke (Augen und Körperstellung) ab und leitet sie ans Kleinhirn weiter. Hier werden die Bewegungen koordiniert, damit dein Hund nicht zur Seite kippt, sobald er seinen Kopf bewegt. Und genau hier sitzt der Knackpunkt. Denn wenn das vestibuläre System bei Hunden aus dem Gleichgewicht gerät, gerät im wahrsten Sinne des Wortes ihre Welt ins Wanken und sie verlieren vorübergehend ihren Gleichgewichtssinn.
Was löst ein Vestibularsyndrom aus? Sind die Ursachen wirklich idiopathisch?
Wie eingangs erwähnt, gilt das Vestibularsyndrom beim Hund in der klassischen Medizin als idiopathisch. Somit kennt keiner den eigentlichen Auslöser. Integrative Tierärzte wie Dr. Peter Dobias sind allerdings anderer Meinung. Aufgrund ihrer langjährigen Beobachtungen sehen sie immer wieder bestimmte Ursachen, die betroffene Hunde gemeinsam haben. Doch wie so oft im Leben, gibt es nicht einen bestimmten Auslöser. Es ist vielmehr ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die als Ursachen in Betracht kommen.
Dazu zählen:
- (chronische) Entzündungen im Körper
- Chronische Infektionen des (Innen- oder Mittelohres)
- Verletzung des Trommelfells
- Kopf- und Nackenverletzungen
- Giftansammlungen im Körper
- Ruckartige Kopfbewegungen
- Schilddrüsenunterfunktion
- Gehirn- und Hirnhautentzündung (Meningoenzephalitis)
- Medikamente
Was kannst du tun, um deinen Hund mit Vestibularsyndrom zu unterstützen?
Sofern noch nicht geschehen, solltest du deinen Hund umgehend beim Tierarzt vorstellen, um eine gesicherte Diagnose zu erhalten. Denn die Symptome des Vestibularsyndroms ähneln auch anderen Erkrankungen wie beispielsweise einem Schlaganfall oder einer Zeckenlähmung. Sind die Symptome bei deinem Vierbeiner ausschließlich auf das Vestibularsyndrom zurückzuführen, kannst du erst einmal aufatmen. Ja, du hast richtig gelesen. Denn auch wenn es dir das Herz bricht, deinen Hund so zu sehen, kannst du dankbar sein, dass er keine Zeckenlähmung und keinen Schlaganfall hat. Das Vestibularsyndrom bildet sich nämlich bei den meisten Hunden völlig zurück. Somit wird er nach einiger Zeit wieder selbstständig stehen, laufen und seinen Kopf bewegen können. Auch der Nystagmus verschwindet wieder. Einige Hunde behalten zwar eine leichte Kopfschiefhaltung zurück, aber diese ist nichts im Vergleich zu den Spätfolgen eines Schlaganfalls.
Bis es deinem Hund wieder besser geht, benötigt er jedoch deine Unterstützung. Und zwar ganz und gar. Schließlich ist dein Vierbeiner nun völlig auf dich angewiesen und leidet auch emotional unter den vorübergehenden Gleichgewichtsstörungen, dem schiefen Kopf und den unkontrollierbaren Augenbewegungen.
Stell dir mal vor, alles um dich herum dreht sich plötzlich. Dann bist du noch nicht einmal mehr in der Lage, ein Glas Wasser zu trinken oder eigenständig auf die Toilette zu gehen. Genauso geht es deinem Hund. Deshalb benötigt er neben Verständnis und Mitgefühl auch Hilfe beim Essen und Trinken. Lass deinen Hund in dieser Zeit niemals unbeaufsichtigt und achte unbedingt darauf, dass keine Treppen oder Gefahrenquellen in der Nähe sind. Sollte er nicht eigenständig stehen können, biete ihm deine Hilfe an, sobald er sich lösen muss. Und wenn mal was daneben oder ins Körbchen geht, schimpfe bitte nicht. Dein Hund macht es nicht mit Absicht. Das Vestibularsyndrom beeinträchtigt seinen gesamten Alltag. Dazu zählt auch das Absetzen von Urin und Kot.
Neben diesen zwischenmenschlichen Komponenten, gibt es laut Dr. Peter Dobias, noch weitere wichtige Bausteine, mit denen du deinen Hund ganzheitlich unterstützen kannst.
Dazu zählen
- 1. Regelmäßige Physiotherapie und Osteopathie
- 2. Ausgewogenes Hundefutter ohne Zusatzstoffe wie BARF oder Nassfutter
- 3. Omega-3
- 4. Mineralien und Vitamine
All diese Maßnahmen können laut Dr. Dobias auch präventiv durchgeführt werden. Dabei betont der Mediziner auch die Wichtigkeit einer regelmäßigen Entgiftung in Form einer gezielten Unterstützung mit Leberkräutern.
Darüber hinaus empfehlen erfahrene Tierheilpraktiker eine individuelle Unterstützung mit Kräutern, Bioresonanz oder alternativen Behandlungsmethoden. Wenn du dich näher darüber informieren möchtest, oder eine individuelle Unterstützung für deinen Hund brauchst, kann ich dir nur Hildegards Beratung ans Herz legen. Ich kenne niemanden, der mehr Liebe, Herzblut und Engagement in das Wohlbefinden von Hunden legt.
Alles Liebe,
Deine Aline von Beste Kumpels




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