Zuletzt aktualisiert: November 2026
Dein Hund produziert von Natur aus eigene Verdauungsenzyme. Diese Enzyme sind lebensnotwendig, denn sie helfen dabei, Futter in kleinste Einheiten zu zerlegen. Sie sind also für die endgültige Verdauung von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten zuständig. Wenn die Enzymproduktion gestört ist, hat das Folgen für die allgemeine Gesundheit deiner Fellnase.
Ich arbeite seit vielen Jahren mit pflanzlichen Verdauungsenzymen. In dieser Zeit habe ich sehr viele Hunde begleitet, bei denen solche Enzyme ein wichtiger Baustein waren. Hunde, die gar keine gebraucht haben, sind mir dagegen eher selten begegnet. Kein Wunder: Wer zu mir kommt, hat meist schon einen langen Weg mit Verdauungsproblemen hinter sich.
In diesem Artikel erfährst du, ob dein Hund Enzyme braucht, welche es gibt, wie du sie richtig gibst und worauf du achten solltest. Dabei unterscheide ich klar zwischen drei Ebenen: gesichertem Wissen, meiner Erfahrung aus der Praxis und naturheilkundlichen Erklärungsmodellen.
Enzyme für Hunde: das Wichtigste in Kürze
- Ein gesunder Hund mit gut verträglichem Futter braucht in der Regel keine zusätzlichen Enzyme. Sinnvoll sein können sie bei älteren Hunden, nach Operationen oder Medikamenten, bei Futterumstellungen, empfindlicher Verdauung und begleitend bei Erkrankungen von Magen, Leber oder Darm.
- Es gibt drei Gruppen: Pankreasenzyme (meist vom Schwein), pflanzliche Enzyme (z. B. Bromelain aus Ananas, Papain aus Papaya) und Enzyme aus Fermentation.
- EPI und Pankreatitis sind zweierlei: Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) fehlen Enzyme, hier ist ein lebenslanger Enzymersatz nötig, meist mit Pankreasenzymen. Eine Pankreatitis ist eine Entzündung und bedeutet nicht automatisch Enzymmangel.
- Zur Verdauungsunterstützung gehören Enzyme ins Futter. In der Naturheilkunde werden sie außerdem zwischen den Mahlzeiten gegeben (systemische Enzymtherapie).
- Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten sind möglich, zum Beispiel Blähungen oder weicher Kot. Bromelain kann mit blutverdünnenden Mitteln zusammenwirken.
Inhaltsverzeichnis
- Wie Enzyme die Verdauung unterstützen
- Braucht mein Hund Enzyme?
- Enzyme und Bauchspeicheldrüse: EPI und Pankreatitis
- Enzyme für Hunde mit Allergien
- Welche Enzyme für Hunde sind die besten?
- So gibst du deinem Hund Enzyme richtig
- Haben Enzyme für Hunde Nebenwirkungen?
- Systemische Enzymtherapie in der Naturheilkunde
- Mythos: Enzyme machen die Bauchspeicheldrüse faul
- „Der Tierarzt hat gesagt: keine Enzyme“
- Natürliche Enzyme im Futter
- Häufige Fragen zu Enzymen für Hunde
- Fazit
Wie Enzyme für Hunde die Verdauung unterstützen und Nährstoffe freisetzen
Verdauungsenzyme werden hauptsächlich von der Bauchspeicheldrüse deines Hundes produziert. Während das Futter vom Magen in den Dünndarm wandert, setzt die Bauchspeicheldrüse Enzyme frei, die auf Fette, Kohlenhydrate und Proteine wirken. Sie bauen die verschiedenen Nahrungsbestandteile ab und setzen Nährstoffe frei, damit der Darm sie aufnehmen kann. Verdauungsenzyme sind in verschiedene Gruppen eingeteilt:
Amylase: Warum dieses Enzym für Hunde wichtig ist
Amylase ist ein wichtiges Verdauungsenzym, das vorwiegend im Pankreas deines Hundes produziert wird. Seine Hauptaufgabe besteht darin, komplexe Kohlenhydrate wie Stärke und Glykogen in einfachere, leichter verdauliche Zuckerarten zu zerlegen. Im Speichel bilden Hunde nur wenig Amylase, anders als wir Menschen. Die Hauptarbeit leistet die Bauchspeicheldrüse.
Pepsin beim Hund: Das Enzym für die Eiweißverdauung
Pepsin ist ein Enzym, das im Magen von Hunden gebildet wird und eine wichtige Rolle bei der Verdauung spielt. Die sogenannten Hauptzellen der Magenschleimhaut geben es als Vorstufe (Pepsinogen) ab. Erst die Magensäure, die von den Belegzellen gebildet wird, macht daraus aktives Pepsin. Pepsin beginnt seine Arbeit also im sauren Milieu des Magens, wo es große Proteinmoleküle in kleinere Fragmente zerlegt. Diese Fragmente können dann von anderen Verdauungsenzymen weiter abgebaut und in ihre Bestandteile, die Aminosäuren, aufgespalten werden. Auf diese Weise ermöglicht Pepsin dem Hund, Proteine aus seiner Nahrung effizient zu verwerten und wichtige Nährstoffe aufzunehmen. Du siehst schon hier: Ohne ausreichend Magensäure kommt auch die Eiweißverdauung ins Stocken.
Lipase für Hunde: Das Enzym für eine gesunde Fettverdauung
Lipase ist ein Enzym, das eine wesentliche Rolle bei der Fettverdauung von Hunden spielt. Es wird im Pankreas produziert und in den Dünndarm abgegeben. Lipase hilft dabei, die in der Nahrung enthaltenen Fettmoleküle in kleinere Bestandteile aufzuspalten. Dieser Prozess ist entscheidend, denn Fett ist für Hunde eine besonders wichtige Energiequelle. Durch die Arbeit der Lipase können die Fette effizienter abgebaut und in essenzielle Nährstoffe umgewandelt werden, die der Hund für seine Gesundheit benötigt.
Wissenswertes zur Fettverdauung: Lipase und Gallensäuren
Bei der Verdauung von Fetten spielt nicht nur das Enzym Lipase eine entscheidende Rolle, sondern auch Gallensäuren sind unerlässlich. Die Lipase spaltet Fette in kleinere Bestandteile, damit der Körper sie aufnehmen kann. Doch bevor die Lipase ihre Arbeit effektiv verrichten kann, müssen die Fette emulgiert werden, und genau hier kommen die Gallensäuren ins Spiel. Diese werden in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert, um dann bei Bedarf in den Dünndarm abgegeben zu werden. Gallensäuren zerteilen die großen Fettmoleküle in winzige Tröpfchen, was die Angriffsfläche für die Lipase vergrößert und die Fettverdauung effizienter macht. Nur durch das Zusammenspiel von Lipase und Gallensäuren kann der Körper die wertvollen Fettsäuren und fettlöslichen Vitamine optimal nutzen. Noch mehr zu diesem spannenden Thema findest du in meinem Artikel Gallensäureverlustsyndrom beim Hund.
Eine kurze Begriffserklärung findest du außerdem in unserem Lexikon zu Enzymen.
Braucht mein Hund Enzyme? Wann sie sinnvoll sind
Die Gabe von zusätzlichen Enzymen oder anderen Verdauungshilfen kann bei Hunden einige Vorteile bieten. Manchmal können keine ausreichenden Mengen an Verdauungsenzymen produziert werden. Dies kann beispielsweise bei älteren Hunden und Katzen vorkommen, bei bestimmten Erkrankungen oder nach Operationen. Die Zugabe von Verdauungsenzymen kann helfen, die Verdauung zu unterstützen und damit die Aufnahme von Nährstoffen zu verbessern. Ebenso können zusätzliche Verdauungsenzyme auch Hunden und Katzen mit empfindlichem Magen oder Verdauungsproblemen nützen, indem sie dabei helfen, die Nahrung effizienter abzubauen und den Verdauungstrakt zu entlasten.
Ein gesunder, erwachsener Hund, der sein Futter gut verträgt, einen stabilen Kot hat und vital ist, braucht in der Regel keine zusätzlichen Enzyme. Eine Studie an gesunden Hunden hat gezeigt, dass zugesetzte Enzyme die Verdaulichkeit eines üblichen Trockenfutters nicht messbar verbessert haben. Enzyme sind kein Vitamin für jeden Tag, sondern eine gezielte Unterstützung für Hunde, deren Verdauung gerade nicht rund läuft.
Unabhängig davon spielt aber die Form des Futters eine Rolle: Liegen die Eiweiße bereits in kleineren Bausteinen vor, muss der Verdauungstrakt weniger Aufspaltungsarbeit leisten. Das kann die Verdauung entlasten, beim empfindlichen Hund genauso wie beim gesunden. Deshalb setze ich bei Hunden, die Trockenfutter bekommen, gern auf das Gastrointestinal Trockenfutter aus unserem Sortiment, in dem die Eiweiße in einer solchen kleineren Form vorliegen.
Anzeichen, dass die Verdauung Unterstützung braucht
Diese Zeichen können darauf hinweisen, dass die Verdauung deines Hundes nicht rund läuft und Enzyme ein Thema sein könnten. Viele davon haben auch andere Ursachen, sie sind also ein Anlass zum genauen Hinschauen, keine Diagnose:
- Blähungen und Aufstoßen
- Durchfall oder Verstopfung
- Sodbrennen
- Bauchgurgeln oder Magenknurren
- Bauchschmerzen
- Übelriechender Kot
- Ungewöhnliche Kotfarbe, zum Beispiel hell und lehmartig
- Unverdautes Futter im Kot
- Gewichtsverlust trotz guten Appetits
- Mangelnde Vitalität
- Stumpfes Fell und Haarausfall
- Maulgeruch
Mehr zu den Zeichen, die dein Hund über seinen Kot zeigt, findest du im Artikel Schleim im Hundekot.
Erhitztes Futter enthält keine aktiven Enzyme
Wenn durch zu hohe Temperaturen die natürliche Form der Enzyme zerstört ist, verlieren sie ihre Funktionsfähigkeit. Daher enthält erhitztes Futter wie Trockenfutter, Nassfutter und getrocknete Leckerlis keine aktiven Enzyme mehr. In diesem Fall muss die Bauchspeicheldrüse alle Enzyme selbst bereitstellen, die zur Verdauung dieser Nahrung benötigt werden. Bei empfindlichen Hunden erlebe ich, dass das Verdauungssystem damit auf Dauer stark gefordert ist. Trockenfutter enthält außerdem meist deutlich mehr Kohlenhydrate als die natürliche Beute von Hund oder Katze, und Hunde bilden im Speichel nur wenig Amylase für die Kohlenhydratverdauung.
Einige rohe Früchte wie Bananen, Mango, Papaya, Ananas oder Kiwi enthalten von Natur aus Enzyme. Durch Hitze, etwa beim Kochen, Konservieren oder heißen Trocknen, wird jedoch ein großer Teil davon zerstört.
Enzyme bei lang anhaltenden Verdauungsstörungen
Enzyme können die Verdauungsorgane entlasten, indem sie helfen, Eiweiß, Stärke und Fett in kleinste Teile aufzuspalten. Viele Halter berichten mir, dass dadurch Blähungen, Aufstoßen oder Sodbrennen weniger werden. Wenn dein Hund regelmäßig unter Magen-Darm-Beschwerden leidet, funktioniert das Verdauungssystem nicht richtig. Solche Symptome können vielfältig sein, unter anderem häufiges Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, Blähungen oder Appetitlosigkeit. Manchmal können diese Symptome auch durch eine tieferliegende Erkrankung wie entzündliche Darmerkrankungen (IBD), Futtermittelunverträglichkeit oder Parasiten verursacht werden. Deshalb gilt: Enzyme können entlasten, die Suche nach der Ursache ersetzen sie nicht.
Sodbrennen beim Hund: Wie Enzyme und Magensäure zusammenhängen
Eine Rückbildung von Magensäure kann durch Erkrankungen, durch das Älterwerden oder die regelmäßige Gabe von Arzneimitteln und Magensäureblockern entstehen. Wenn zu wenig Magensäure produziert wird und der pH-Wert innerhalb des Magens verändert ist, kann das Futter nicht mehr optimal verdaut werden. Wie du oben gelesen hast, wird dann auch weniger Pepsin aktiviert, und die Eiweißverdauung im Magen kommt nicht richtig in Gang. Aus meiner Sicht kann das zu anhaltendem Sodbrennen bei Hund und Katze beitragen. Außerdem können durch eine schlechte Verdauungsleistung viele Nährstoffe nicht freigesetzt werden. Zusätzliche Verdauungsenzyme können in dieser Situation bei der Aufspaltung des Futters helfen. Die Magensäure selbst ersetzen oder anregen sie nicht. Dein Hund leidet unter Sodbrennen? Dann lies gern dazu meinen Artikel Sodbrennen beim Hund.
Bei Lebererkrankungen und Darmerkrankungen
Bei Hunden mit Leberproblemen ist häufig die Gallebildung beeinträchtigt, und damit die Fettverdauung. Auch entzündliche Erkrankungen wie IBD, Leaky Gut oder SIBO können die Verdauung im Dünndarm erheblich beeinträchtigen, zum Beispiel weil die Darmschleimhaut gereizt ist und ihre eigenen Enzyme nicht mehr voll bilden kann.
Enzyme und Bauchspeicheldrüse: EPI und Pankreatitis
Bei Problemen mit der Bauchspeicheldrüse werden zwei Erkrankungen oft in einen Topf geworfen. Für die Frage nach Enzymen ist der Unterschied aber entscheidend.
Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI): wenn Enzyme fehlen
Wenn Tierärzte über einen chronischen Mangel an Enzymen bei Hunden und Katzen sprechen, beziehen sie sich in der Regel auf die exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI). Unter einer Pankreasinsuffizienz versteht man die Unfähigkeit der Bauchspeicheldrüse, die für die Verdauung notwendigen Enzyme in ausreichender Menge herzustellen. Häufigste Ursache beim Hund ist ein schleichender Abbau des Drüsengewebes, besonders bekannt beim Deutschen Schäferhund. Auch eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung kann am Ende zu einer EPI führen.
Typisch sind chronischer, heller, breiiger und übel riechender Durchfall, große Kotmengen und Gewichtsverlust trotz großem Hunger. Festgestellt wird die EPI über einen Bluttest (TLI). Die Behandlung ist ein lebenslanger Enzymersatz zu jeder Mahlzeit, in der Tiermedizin meist mit Pankreasenzymen vom Schwein.
Es gibt aber auch Alternativen: In Versuchen an Hunden mit EPI haben Lipasen aus Pilzen oder Bakterien die Fettausscheidung ähnlich gut gesenkt wie Pankreatin, und eine aktuelle Übersichtsarbeit sieht in Enzymen aus mikrobieller Fermentation eine vielversprechende Alternative. Studien an Hunden mit natürlich entstandener EPI fehlen allerdings noch. Einige meiner Kundinnen und Kunden setzen bei EPI auf Enzyme aus mikrobieller Fermentation und haben damit gute Erfahrungen gemacht. Entscheidend ist, dass das Präparat ausreichend Lipase enthält, denn bei EPI ist vor allem die Fettverdauung gestört. Fruchtenzyme wie Bromelain aus der Ananas reichen dafür allein nicht aus, sie spalten fast nur Eiweiß. Wenn du bei EPI auf Enzyme ohne Schwein umstellen möchtest, beobachte Kot und Gewicht deines Hundes genau.
Pankreatitis: eine Entzündung, nicht automatisch ein Enzymmangel
Bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) werden die Verdauungsenzyme schon in der Drüse aktiv, statt erst im Darm. Das kann eine sogenannte „Selbstverdauung“ auslösen. Das Problem ist also zunächst eine Entzündung, kein Mangel an Enzymen. Erst wenn durch wiederholte Entzündungen viel Drüsengewebe verloren geht, kann daraus eine EPI werden.
Wichtig: Eine akute Pankreatitis ist ein Notfall. Wenn dein Hund erbricht, nicht frisst oder einen schmerzhaften Bauch hat, bring ihn bitte sofort zum Tierarzt.
In meiner Praxis begleite ich Hunde nach einem Pankreatitis-Schub oder mit chronischer Pankreatitis individuell. Dazu gehört eine angepasste Fütterung, die nach einem Schub früh wieder in kleinen Portionen beginnt, sobald der Hund nicht mehr erbricht. Bei vielen dieser Hunde ergänze ich Verdauungsenzyme zum Futter, um die geschwächte Verdauung zu entlasten. Ob das für deinen Hund passt, hängt von seinem Verlauf ab. Eine pauschale Empfehlung für jeden Hund mit Pankreatitis ist das nicht.
Ursachen, Symptome und Fütterung bei Pankreatitis erkläre ich ausführlich im Artikel Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund.
Enzyme für Hunde mit Allergien
Verdauungsenzyme können auch bei Hunden und Katzen mit Allergien eine Rolle spielen. Aus meiner Sicht beginnt vieles mit einer schwachen Verdauung: Wird das Futter nicht gründlich aufgespalten, gelangen unverdaute Reste in tiefere Darmabschnitte. Dort werden sie von Bakterien vergoren. Dabei entstehen Gase und Stoffwechselprodukte wie Ammoniak oder Histamin, die die Darmschleimhaut reizen können. Eine gereizte Schleimhaut und eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora machen die Darmbarriere durchlässiger, und das Immunsystem kommt häufiger mit Bestandteilen in Kontakt, auf die es reagiert. Die Neigung zu Allergien steigt. Das ist mein Erklärungsmodell aus der Praxis. Deshalb setze ich in solchen Fällen zusätzliche Verdauungsenzyme ein, damit das Futter gründlicher aufgeschlossen wird und weniger im Darm gärt. Eine Allergie heilen können Enzyme nicht. Identifiziere die allergieauslösenden Bestandteile in der Nahrung, zum Beispiel über eine Ausschlussdiät, und vermeide diese. Mehr dazu im Artikel Futterallergie beim Hund.
Welche Enzyme für Hunde sind die besten?
Nicht jedes Enzym passt zu jedem Hund. Und manchmal braucht es gar nicht viel, nur den richtigen Impuls zur richtigen Zeit, damit der Bauch deiner Fellnase wieder ruhig und zufrieden arbeiten kann.
Die Auswahl der passenden Verdauungsenzyme ist ein wenig wie das Finden des richtigen Schlüssels zum richtigen Schloss. Jeder Hund hat seine ganz eigenen Verdauungsbedürfnisse, abhängig von Alter, Rasse, Gesundheitszustand und natürlich davon, was gerade im Magen-Darm-Trakt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Deshalb lohnt es sich, genau hinzuschauen: Braucht eher der Magen, die Bauchspeicheldrüse oder der Darm Unterstützung?
Pankreasenzyme: wenn die Bauchspeicheldrüse Hilfe braucht
Pankreasenzyme (Pankreatin) stammen meist aus der Bauchspeicheldrüse vom Schwein, seltener vom Rind. Sie sind sehr wirksam, weil sie eine hohe Konzentration an Verdauungsenzymen enthalten, genau die, die auch die Bauchspeicheldrüse des Hundes bildet. Bei EPI sind sie die etablierte Behandlung. Ein Teil der Enzyme wird allerdings schon von der Magensäure abgebaut, deshalb werden sie mit dem Futter gegeben.
Doch genau weil sie so konzentriert wirken, sind sie nicht für jeden Hund geeignet. Vor allem sensible Tiere können mit Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen reagieren, besonders dann, wenn die Enzyme zu hoch dosiert oder ohne Futter gegeben werden. Daher mein Rat: immer gut mit der Mahlzeit vermischen und die Dosierung langsam anpassen.
Pflanzliche Verdauungsenzyme für Hunde und Katzen
Eine Alternative für die ergänzende Verdauungsunterstützung sind pflanzliche Enzympräparate. Die bekanntesten sind Bromelain aus der Ananas und Papain aus der Papaya. Sie spalten vor allem Eiweiß. Bei vielen empfindlichen Hunden und bei älteren Tieren, deren eigene Enzymproduktion nachlässt, erlebe ich sie als gut verträglich. Bromelain werden in Studien außerdem entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben, überwiegend aus Untersuchungen beim Menschen und im Labor.
Enzyme aus Fermentation
Viele moderne Enzympräparate enthalten zusätzlich Enzyme, die mithilfe von Mikroorganismen wie bestimmten Pilzen hergestellt werden, zum Beispiel Protease, Amylase, Lipase oder Cellulase. Sie kommen ohne tierische Bestandteile aus. Je nach Zusammensetzung können solche Präparate Enzyme für Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate enthalten. Sie gelten als stabiler gegenüber unterschiedlichen pH-Werten, manche arbeiten deshalb schon im sauren Magen, andere erst im Darm. Die Kombination aus pflanzlichen und fermentierten Enzymen ist für viele empfindliche Hunde in meiner Praxis ein guter Weg.
Pankreasenzyme ohne Schwein: Gibt es pflanzliche Alternativen?
Diese Frage höre ich oft, zum Beispiel bei Hunden, die auf Schwein reagieren. Die Möglichkeiten sind:
- Pankreasenzyme vom Rind: gibt es, sind aber seltener erhältlich.
- Pflanzliche Enzyme wie Bromelain und Papain: spalten vor allem Eiweiß.
- Enzyme aus Fermentation: je nach Präparat für Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate, ohne tierische Bestandteile.
Für die Unterstützung einer empfindlichen Verdauung sind pflanzliche und fermentierte Enzyme eine gute Wahl. Bei EPI kommt es vor allem auf ausreichend Lipase an, mehr dazu im Abschnitt zur EPI.
Worauf du bei einem Enzympräparat achten solltest
- Welche Enzyme sind enthalten? Steht auf der Packung, welche Enzyme drin sind, oder nur getrocknete Früchte und Kräuter? Getrocknete Früchte sagen noch nichts darüber, wie viel aktives Enzym im Napf ankommt.
- Werden Enzymaktivitäten angegeben? Aussagekräftig sind Aktivitätseinheiten (zum Beispiel FIP, HUT oder SKB), nicht nur Milligramm. Milligramm sagen nur, wie viel Pulver drin ist, nicht wie aktiv es ist.
- Woher stammen die Enzyme? Tierisch, pflanzlich oder aus Fermentation? Wichtig, wenn dein Hund auf Schwein oder andere Bestandteile reagiert.
- Welche Trägerstoffe und weiteren Bestandteile sind enthalten? Kurze, klare Zutatenlisten ohne künstliche Zusätze sind bei empfindlichen Hunden ein Vorteil.
- Wofür soll es eingesetzt werden? Zur Unterstützung der Verdauung mit dem Futter, als Enzymersatz bei EPI oder systemisch zwischen den Mahlzeiten? Danach richten sich Präparat und Anwendung.

So gibst du deinem Hund Enzyme richtig
- Zur Unterstützung der Verdauung mit dem Futter: Enzyme sollen dort arbeiten, wo das Futter ist. Mische sie direkt unter die Mahlzeit oder gib die Kapsel zum Futter. Zur systemischen Anwendung zwischen den Mahlzeiten liest du weiter unten mehr.
- Nicht in heißes Futter: Hitze zerstört Enzyme. Lass gekochtes Futter erst auf Handwärme abkühlen.
- Langsam einschleichen: Starte mit einer kleinen Menge und steigere über einige Tage bis zur empfohlenen Dosis.
- Beobachten: Achte auf Kot, Blähungen, Appetit und Vitalität. Ein kleines Futtertagebuch hilft dir dabei.
- Nach einigen Wochen prüfen: Hat sich etwas verändert? Bei älteren Hunden oder chronischen Erkrankungen kann eine längere Gabe sinnvoll sein.
- Bei EPI gilt etwas anderes: Hier bekommt dein Hund die Enzyme dauerhaft zu jeder Mahlzeit. Achte auf ausreichend Lipase und lass Kot und Gewicht regelmäßig kontrollieren.
Haben Enzyme für Hunde Nebenwirkungen? Das solltest du wissen
Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten sind möglich. Diese Punkte solltest du kennen:
- Am Anfang: Es kann zu Blähungen, weichem Kot oder Durchfall kommen. Reduziere die Dosis in diesem Fall und steigere sie langsam, bis sich der Körper an die neue Verdauungsunterstützung gewöhnt hat.
- Zu hohe Dosis: Wenn zu viele Enzyme gefüttert werden, vor allem hoch konzentrierte tierische, oder die Dosierungsempfehlungen ignoriert werden, können Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen auftreten.
- Pankreaspulver: Bei Hunden mit EPI wurden in Einzelfällen Zahnfleischbluten und Reizungen im Maul beschrieben, vor allem bei hoch dosiertem Pulver. Meist half es, die Dosis zu senken oder das Pulver gut mit feuchtem Futter zu vermischen.
- Bromelain und Papain: Bromelain kann die Wirkung blutverdünnender Mittel verstärken und die Aufnahme mancher Antibiotika verändern. Das ist vor allem vom Menschen bekannt. Bekommt dein Hund solche Medikamente oder steht eine Operation an, sprich die Enzymgabe vorher ab.
- Unverträglichkeiten: Hunde können auf einzelne Bestandteile reagieren, zum Beispiel auf Ananas, Papaya, Schwein oder Trägerstoffe.
- Schwere akute Pankreatitis: In der Notfallphase hat die tierärztliche Behandlung Vorrang. Bei schweren Verläufen kann die Blutgerinnung gestört sein, dann bitte keine eiweißspaltenden Enzyme wie Bromelain auf leeren Magen.
Systemische Enzymtherapie in der Naturheilkunde: mehr als Verdauungshilfe
Bisher ging es um Enzyme, die mit dem Futter gegeben werden und im Verdauungstrakt beim Aufspalten helfen. In der Naturheilkunde gibt es noch einen zweiten Weg: die sogenannte systemische Enzymtherapie. Hier werden eiweißspaltende Enzyme wie Bromelain, Papain, Trypsin oder Chymotrypsin bewusst zwischen den Mahlzeiten gegeben, also mit leerem Magen. Die Idee dahinter: Ein Teil der Enzyme soll nicht im Futter „verbraucht“ werden, sondern über den Darm in den Körper gelangen und dort wirken. Entwickelt wurde dieser Ansatz in den 1950er-Jahren von dem Arzt Max Wolf.
Eingesetzt wird die Enzymtherapie in der Naturheilkunde begleitend bei vielen chronischen Beschwerden, zum Beispiel bei entzündlichen Prozessen, Gelenkproblemen, nach Verletzungen und Operationen oder in der Begleitung schwerer Erkrankungen. Auch Dr. Rosina Sonnenschmidt, auf deren miasmatische Arbeit ich mich in meiner Praxis stütze, bezieht die Enzymtherapie bei vielen Erkrankungen in ihr Behandlungskonzept ein. Für mich ist das ein wichtiger Grund, warum Enzyme in meiner Arbeit weit über die reine Verdauung hinausgehen.
Den Enzymen werden in Laborversuchen und Studien beim Menschen entzündungshemmende und das Immunsystem beeinflussende Eigenschaften zugeschrieben. Die Studienlage ist uneinheitlich, beim Hund ist die systemische Enzymtherapie kaum erforscht.
Wichtig: Werden Enzyme mit leerem Magen gegeben, gelten die Hinweise zu blutverdünnenden Medikamenten und anstehenden Operationen umso mehr. Eine systemische Enzymtherapie gehört deshalb in die Hand einer erfahrenen Therapeutin oder eines erfahrenen Therapeuten.
Mythos: Enzyme für Hunde machen die Bauchspeicheldrüse faul
Es hält sich das Gerücht, dass die Gabe von Verdauungsenzymen dazu führt, dass die Bauchspeicheldrüse keine eigenen Enzyme mehr produziert. Doch so pauschal stimmt das nicht. Für eine solche „Faulheit“ gibt es keine wissenschaftlichen Belege.
Die Realität in meiner Praxis sieht so aus: Viele unserer heutigen Hunde tragen die Folgen von einseitigem Fertigfutter, Überzüchtung, häufigen Medikamentengaben oder einer gestörten Darmflora mit sich. Manche kommen sogar schon mit einem schwachen Verdauungssystem auf die Welt. In solchen Fällen arbeitet die Verdauung nicht mehr optimal, und der Körper freut sich über gezielte Unterstützung von außen. Genau deshalb setze ich Enzyme gezielt ein, nicht leichtfertig.
„Der Tierarzt hat gesagt: keine Enzyme“
Diesen Satz höre ich sehr oft. Pauschal kann ich diese Haltung nicht nachvollziehen. Viele ganzheitlich arbeitende Tierärztinnen und Tierärzte schätzen Enzyme genauso wie ich und setzen sie selbst ein.
Ein Nein allein hilft dir nicht weiter. Hilfreicher ist es, gezielt nachzufragen:
- Welches Präparat ist gemeint? Geht es um Enzyme allgemein oder um ein bestimmtes Produkt?
- Welche Inhaltsstoffe sind das Problem? Zum Beispiel Schwein, Bromelain oder ein Trägerstoff?
- Welche Diagnose liegt vor? Gibt es einen Befund, der gegen Enzyme spricht?
- Was ist der konkrete Einwand? Wechselwirkungen mit Medikamenten, eine anstehende Operation, ein akuter Schub oder eine grundsätzliche Skepsis?
Es gibt Situationen, in denen Vorsicht berechtigt ist: vor einer Operation, wenn dein Hund blutverdünnende Medikamente bekommt, oder in der Notfallphase einer schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung, solange er erbricht und nicht frisst. Gibt es einen solchen konkreten Grund, nimm ihn ernst. Ist es eine grundsätzliche Ablehnung ohne Begründung, darfst du dir eine zweite Meinung holen.
Du bist es, die oder der deinen Hund jeden Tag erlebt. Such dir eine Tierärztin, einen Tierarzt oder eine Therapeutin, die zu dir und deinem Hund passt, die deine Fragen ernst nimmt und mit dir gemeinsam schaut. Und dann triff deine eigene Entscheidung, gut informiert.
Natürliches Futter mit Enzymen für Hunde: So unterstützt du die Verdauung
Unterstütze deine Fellnase täglich mit frischen Zutaten. Rohes Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten oder guter Erzeugung sind eine schöne Quelle für natürliche Verdauungsenzyme. Dazu gehören:
- Ananas (Bromelain)
- Papaya (Papain)
- Kiwi (Actinidin)
- Mango (Amylase)
- Banane (Amylase)
- Kefir und Joghurt aus Schafs- oder Ziegenmilch
- Fermentiertes Gemüse in kleinen Mengen
- Rohhonig in kleinen Mengen, nicht für Welpen
Obst gibst du am besten reif, roh und in kleinen Mengen, fein püriert oder geraspelt. Es enthält Zucker, und zu viel davon kann zu Durchfall führen. Aber: Die Enzymmengen aus Obst sind gering. Sie sind eine schöne Ergänzung im Alltag, aber kein Ersatz für ein gezieltes Enzympräparat, wenn die Verdauung wirklich Unterstützung braucht. Apfelessig wird traditionell eingesetzt, um die Verdauung anzuregen, Enzyme liefert er allerdings kaum.
Beachte: Katzen haben einen anderen Ernährungsbedarf als Hunde. Sie sind nahezu zu 100 % Fleischfresser. Ich empfehle daher, deine Katze nur gelegentlich mit etwas Ziegenkefir zu verwöhnen.
Bromelain, Papain und Actinidin: die bekanntesten Fruchtenzyme
Alle drei sind eiweißspaltende Enzyme. Bromelain steckt vor allem im Strunk der Ananas, Papain in der unreifen Papaya und ihrem Milchsaft, Actinidin in der Kiwi. In Enzympräparaten werden Bromelain und Papain meist als Extrakt eingesetzt, weil die Mengen in der Frucht schwanken und Hitze sie schnell zerstört. Fett und Stärke spalten sie kaum, deshalb werden sie häufig mit weiteren Enzymen kombiniert.
Bitterstoffe: die eigene Verdauungskraft anregen
Ein anderer Weg führt nicht über zugeführte Enzyme, sondern über die eigene Verdauungskraft. Bitterstoffe, zum Beispiel aus Löwenzahn, Schafgarbe oder Artischocke, werden traditionell eingesetzt, um den Fluss von Speichel, Magensaft und Galle anzuregen. In meiner Praxis kombiniere ich sie gern mit Enzymen. Bitte nur mit Bedacht: Bei gereiztem Magen, Sodbrennen, Gallensteinen oder einer akuten Entzündung sind Bitterstoffe nicht das Richtige. Mehr dazu findest du im Lexikon zu Bitterstoffen.
Aus meinem Sortiment
Diese Produkte nutzen viele meiner Kundinnen und Kunden im Alltag mit verdauungsempfindlichen Hunden. Welche Unterstützung zu deinem Hund passt, besprechen wir am besten gemeinsam.
- Hildegard Enzyme: Enzymkomplex aus Papaya, Ananas und Fermentation für Hunde und Katzen, in Kapseln zum Öffnen und Untermischen ins Futter.
- Leberkräuter für Hunde: Kräuterpulver mit Bitterkräutern zum Untermischen ins Futter.
- Gastrointestinal Trockenfutter: getreidefreies Trockenfutter mit Fleisch und klarer Zutatenliste.
Häufige Fragen zu Enzymen für Hunde
Wann braucht ein Hund Enzyme?
Wenn seine Verdauung nicht rund läuft: bei älteren Hunden, nach Operationen oder Medikamenten, bei Futterumstellungen, empfindlichem Magen oder begleitend bei Erkrankungen von Magen, Leber oder Darm. Bei einer EPI ist der Enzymersatz die etablierte Behandlung.
Haben Enzyme für Hunde Nebenwirkungen?
Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten sind möglich. Am Anfang können Blähungen oder weicher Kot auftreten, bei zu hoher Dosis auch Übelkeit. Hoch dosiertes Pankreaspulver kann das Zahnfleisch reizen. Bromelain kann mit blutverdünnenden Mitteln und manchen Antibiotika zusammenwirken.
Was ist besser: pflanzliche Enzyme oder Pankreasenzyme?
Das hängt vom Hund und vom Zweck ab. Bei einer EPI sind Pankreasenzyme die etablierte Behandlung, Enzyme aus Fermentation mit ausreichend Lipase sind eine Alternative. Zur ergänzenden Verdauungsunterstützung, bei älteren Hunden oder Hunden, die Schwein nicht vertragen, setze ich in meiner Praxis gern pflanzliche und fermentierte Enzyme ein.
Gibt es Pankreasenzyme ohne Schwein?
Ja, zum Beispiel vom Rind, sie sind aber seltener. Ohne tierische Bestandteile kommen pflanzliche Enzyme wie Bromelain und Papain sowie Enzyme aus Fermentation aus. Bei EPI zählt vor allem ausreichend Lipase, eine Umstellung sollte begleitet werden.
Helfen Enzyme bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung?
Eine Pankreatitis ist eine Entzündung und nicht automatisch ein Enzymmangel. In meiner Praxis ergänze ich bei vielen Hunden nach einem Schub Enzyme zum Futter, abhängig vom Verlauf. Eine akute Pankreatitis ist ein Notfall und gehört sofort in tierärztliche Behandlung.
Wie erkenne ich ein gutes Enzympräparat?
Achte darauf, welche Enzyme genau enthalten sind und ob Enzymaktivitäten angegeben werden, nicht nur Milligramm. Prüfe Herkunft, Trägerstoffe und weitere Bestandteile, und überlege, wofür du es einsetzen möchtest: zur Verdauung mit dem Futter oder systemisch.
Wie lange sollte ich meinem Hund Enzyme geben?
In meiner Praxis meist einige Wochen bis Monate, dann prüfe ich, ob sich die Verdauung stabilisiert hat, und schleiche aus. Bei älteren Hunden oder chronischen Erkrankungen kann eine längere Gabe sinnvoll sein. Bei EPI erhält der Hund Enzyme lebenslang.
Mein Tierarzt rät von Enzymen ab. Was soll ich tun?
Frag konkret nach: Welches Präparat, welche Inhaltsstoffe, welche Diagnose, welcher Einwand? Vor Operationen, mit blutverdünnenden Medikamenten oder in der Notfallphase einer schweren Pankreatitis ist Vorsicht berechtigt. Fehlt eine Begründung, hol dir eine zweite Meinung und entscheide dann gut informiert.
Was ist eine systemische Enzymtherapie?
Ein naturheilkundlicher Ansatz, bei dem eiweißspaltende Enzyme wie Bromelain oder Papain zwischen den Mahlzeiten gegeben werden. Sie werden begleitend bei vielen chronischen Beschwerden eingesetzt. Beim Hund ist das wenig erforscht, deshalb gehört sie in erfahrene Hände.
Fazit: Enzyme für Hunde, ein wichtiger Baustein für die Verdauung
Die Verdauung ist ein hochkomplexes System, das für die Gesundheit deines Hundes essenziell ist. Enzyme spielen dabei eine zentrale Rolle, denn ohne sie können Nährstoffe nicht richtig verwertet werden. Viele Hunde werden heute nicht optimal gefüttert, bekommen ausschließlich stark verarbeitete Nahrung oder leiden bereits in jungen Jahren an Verdauungsproblemen. In diesen Fällen kann eine gezielte Ergänzung mit Enzymen helfen, die Verdauung zu entlasten und die Nährstoffaufnahme zu unterstützen. Bei einer EPI ist ein Enzymersatz unverzichtbar.
Enzyme sind kein Allheilmittel. Sie ersetzen keine artgerechte Ernährung, sondern ergänzen sie sinnvoll, wenn die körpereigene Produktion nicht ausreicht oder das Verdauungssystem bereits geschwächt ist. Ich erlebe in meiner Praxis immer wieder, dass Hunde jahrelang Medikamente gegen Sodbrennen, Allergien oder Magen-Darm-Probleme bekommen, ohne dass sich eine wirkliche Besserung einstellt. Medikamente können in solchen Phasen Raum schaffen. Der richtige Ansatz ist für mich aber, die Verdauung ganzheitlich zu betrachten, Ursachen zu erforschen und gezielt zu unterstützen. Erst prüfen, dann handeln.
Wenn du unsicher bist, ob dein Hund Enzyme braucht und welche zu ihm passen, ist mein Basis-Check ein guter Einstieg. Ich schaue mir die ganze Tagesration einschließlich Snacks, die bisherigen Futterwechsel, den Verlauf und vorhandene Befunde an. Zeigt sich dabei, dass der Darm stärker beteiligt ist, kann meine Funktionelle Darmanalyse der nächste Schritt sein. Gemeinsam finden wir eine klare Linie für deinen Hund.
Alles Liebe,
deine Hildegard
Quellen
- Villaverde C et al. (2017): Effect of enzyme supplements on macronutrient digestibility by healthy adult dogs. Journal of Nutritional Science 6, e12. Zum Artikel
- Contreras-Aguilar MD et al. (2017): Detection and measurement of alpha-amylase in canine saliva and changes after an experimentally induced sympathetic activation. BMC Veterinary Research 13, 266. Zum Artikel
- MSD Veterinary Manual: Exocrine Pancreatic Insufficiency in Dogs and Cats
- Griffin SM, Alderson D, Farndon JR (1989): Acid resistant lipase as replacement therapy in chronic pancreatic exocrine insufficiency: a study in dogs. Gut 30(7), 1012. Zum Artikel
- Szkopek D et al. (2024): A review: Pancreatic enzymes in the treatment of chronic pancreatic insufficiency in companion animals. Journal of Veterinary Internal Medicine. Zum Artikel
- Rutz GM et al. (2002): Oral bleeding associated with pancreatic enzyme supplementation in three dogs with exocrine pancreatic insufficiency. Journal of the American Veterinary Medical Association. Zur Zusammenfassung
- Mansfield CS et al. (2011): A pilot study to assess tolerability of early enteral nutrition via esophagostomy tube feeding in dogs with severe acute pancreatitis. Journal of Veterinary Internal Medicine. Zum Artikel
- Harris JP et al. (2017): Retrospective evaluation of the impact of early enteral nutrition on clinical outcomes in dogs with pancreatitis. Journal of Veterinary Emergency and Critical Care. Zum Artikel (PDF)
- Today’s Veterinary Practice: To Feed or Not to Feed: Controversies in the Nutritional Management of Pancreatitis
- Beuth J (2008): Proteolytic Enzyme Therapy in Evidence-Based Complementary Oncology: Fact or Fiction? Integrative Cancer Therapies 7(4), 311–316. Zum Artikel
- Sonnenschmidt R: Miasmatische Krebstherapie. Prozessorientierte Behandlung mit Homöopathie und Naturheilkunde. Narayana Verlag. Buchinformation
- Mount Sinai Health Library: Bromelain
- Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Bromelain
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Wenn dein Hund akute Beschwerden hat oder sich sein Zustand verschlechtert, lass ihn bitte tierärztlich untersuchen.



42 Kommentare
Hallo, meine Hündin Luna – Ende Januar wird sie 5 Jahre alt – hat seit rund 2 Jahren immer wieder sehr weichen Kot. Manchmal auch Durchfälle, aber in der Regel ist der Kot wabbelig, weich, aber geformt. In der Folge verstopfen regelmäßig die Analdrüsen, de wir immer wieder ausdrücken lassen müssen. Ich war bei zwei verschiedenen Tierärzten, die alle Futtermittelunverträglichkeit diagnostiziert haben. Allergietests haben angeblich ergeben, dass Luna gegen jede Menge allergisch ist. Eine Odyssee von hilflosen Versuchen Luna zu helfen. Wir haben Diätfutter ausprobiert – es bleibt wie es ist. Nun habe ich mich kürzlich zu einer Mikrobiom Analyse entschlossen und siehe da – ihre Werte der „Pankreatische Elastase (EIA) sind unterirdisch: nur 6.29 ng/g! Alle anderen Darmwerte sind im Normbereich. Die Tierärztin hat nun gemeint, man solle noch eine Blutanalyse hinterherschicken, um den Wert zu verifizieren. Anschließend soll Luna Pankreasenzyme vom Schwein bekommen. Dabei ist mir alles andere als wohl… was raten Sie mir?
Hallo, danke fürs Teilen von Lunas Geschichte. Ein Pankreas-Elastase-Wert von ca. 6 ng/g wirkt tatsächlich extrem niedrig. Meine eigene Schäferhündin liegt sogar bei 3 – sie hat aber keinerlei Beschwerden und kommt mit rein pflanzlichen Enzymen sehr gut zurecht. Das zeigt, wie individuell solche Werte bewertet werden müssen und dass nicht jeder Hund automatisch klassische Symptome entwickelt.
Was mich allerdings stutzig macht: Wenn die Verdauung so deutlich eingeschränkt ist, ist die Aussage „alle anderen Werte normal“ eher ungewöhnlich. Wurde vom Kot auch eine mikroskopische Nahrungsausnutzung erstellt? In der Regel sieht man deutliche Veränderungen im Mikrobiom, weil der Darm schlicht nicht optimal arbeiten kann. Das würde auch die Analdrüsen-Problematik weiter erklären.
Am Ende ist es eine individuelle Entscheidung, ob man tierische oder pflanzliche Enzyme nutzt – wichtig ist im ersten Schritt, dass die Verdauung wieder rund läuft und die Enzyme gut vertragen werden.
Alles Liebe,
Hildegard
Liebe Hildegard, vielen Dank für deine prompte Antwort. Tja, dafür, dass der EPI so extrem niedrig, geht es Luna tatsächlich ganz gut. Sie ist munter und hat viel Freude an der Nahrungsaufnahme. Auch ist sie keineswegs zu dünn. Ja, ich denke auch, diese Werte müssen individuell gesehen werden. Ob bei der Laboruntersuchung eine mikroskopische Nahrungsausnutzung erstellt wurde, weiß ich nicht bzw. kann es schlecht beurteilen. Welche Laborwerte sind denn dafür zuständig? Ich habe die Laborergebnisse vorliegen, verstehe aber auch nicht alles, was dort steht. Ich habe nun, da der nächste Tierarzt Termin erst Mitte Januar stattfindet, bei euch die Enzyme bestellt. Ich denk, damit ich nichts falsch machen. Wie siehst du das? Macht es Sinn die Enzyme langsam einzuschleichen?
herzliche Grüße
Ulli
Hallo,
ich habe einen Hund der mit Hefepilzbakterien im Darm zu kämpfen hat. Ich habe nach viel Recherche gelesen, dass es um den Biofilm aufzubrechen, Enzyme notwendig sind.
Habt ihr damit Erfahrung?
Hallo Ina und danke für deine gute Frage – ja, das ist vollkommen richtig.
Enzyme spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Biofilme im Darm aufzulösen und die Verdauungsleistung insgesamt zu verbessern. Gerade bei einer Überlastung durch Hefepilze empfehle ich grundsätzlich eine Unterstützung mit Verdauungsenzymen, da sie helfen, Nahrungsreste besser aufzuspalten und so das Milieu für unerwünschte Mikroorganismen zu verändern.
Pilze sind prinzipiell Teil eines komplexen ökologischen Systems im Darm. Eine übermäßige Vermehrung ist meist ein Zeichen dafür, dass der Organismus Stoffwechselmüll oder Toxine abbauen muss und die Balance zwischen Bakterien, Pilzen und Schleimhaut aus dem Gleichgewicht geraten ist. Deshalb ist es wichtig, nicht nur den Pilz selbst zu kontrollieren, sondern das gesamte Milieu zu regulieren – also Verdauung, Schleimhaut, Ernährung und Enzymaktivität gemeinsam zu betrachten.
In solchen Fällen hat sich eine Kombination aus Verdauungsenzymen, einer gezielten Darmsanierung und einer angepassten, leicht verdaulichen Fütterung sehr bewährt.
Alles Liebe, Hildegard
Hallo Hildegard, bei unserer Luna wurde eine Pankreas Entzündung festgestellt und im kot das ihr Enzyme fehlen ,füttere seid einer guten Woche Almazyme h d seid sie das früh und abends ins Futter bekommt stinkt sie aus dem Maul als hätte sie Kacke gefressen auch das Fell richt als hätte sie sich irgendwie in Kacke gewälzt, was soll ich tun Tierarzt ist erst nächste Woche wieder da, vielen Dank
Liebe Grüße Monika Hitz und Luna
Liebe Monika,
wenn der Geruch erst seit der Gabe des neuen Produkts aufgetreten ist, kann das tatsächlich auf eine Unverträglichkeit gegenüber den tierischen Enzymen hindeuten. Das kommt vor – besonders, wenn ein Hund empfindlich auf bestimmte tierische Eiweißquellen reagiert. Auch denkbar ist, dass die Dosierung oder Kombination mit dem aktuellen Futter noch nicht optimal passt. Wenn die Enzyme zu stark oder zu schwach dosiert sind, oder wenn das Futter nicht zu Luna passt, kann es zu unvollständiger Verdauung kommen – und das führt dann häufig zu starkem Maul- oder Fellgeruch.
Du kannst Folgendes versuchen:
Beobachte, ob der Geruch nachlässt, wenn du die Enzyme testweise für 1–2 Tage pausierst – das kann ein wichtiger Hinweis auf eine Unverträglichkeit sein.
Sollte Luna zusätzlich Durchfall, Appetitlosigkeit oder Schmerzen zeigen, wäre ein früherer Tierarztbesuch ratsam.
Ich wünsche Luna gute Besserung und hoffe, dass sich alles schnell stabilisiert.
Alles Liebe,
Hildegard
Hallo Hildegard, vielen lieben Dank für deine Empfehlung ich werde es mal übers Wochenende weg lassen und nächste Woche zum Tierarzt gehen, danke Monika und Luna
ich möchte noch ergänzen, dass ich seit 8 Monaten eine Ernährungsberatung für sie habe, sie bekommt aktuell 150g mittelfettes Schweinefleisch 150g Kartoffeln oder 35g Nudeln 140g Karotten 10g 3-6-9- Öl 1 kapsel Algenöl 5g proNiere und als neue Zusätze eben die oben genannten wegen starkem Durchfall und einem sehr schlechten Wert im Kot Pankreatische Elastase PE-Kon. bei 3 statt über 40, welcher sich aber im Blut nicht bestätigt hat. Sascha wiegt 9,5 kg kastriert aus Rumänien seit 2,5 Jahren bei mir und hatte immer Probleme mit dem Futter – daher koche ich jetzt selbst und das funktionierte auch echt gut bis im Mai Durchfälle losgingen. Die sind aktuell im Griff
Liebe Marion,
vielen Dank für deinen Kommentar. Grundsätzlich ist es in einem sensiblen Fall ganz entscheidend, neue Ergänzungen immer einzeln und zeitversetzt einzuführen, idealerweise im Abstand von 7 bis 10 Tagen. Nur so lässt sich wirklich sicher ein Zusammenhang erkennen – auch beim Thema Fellverlust. Dass dieser nun büschelweise auftritt, kann viele Ursachen haben: von Hautreaktionen über Stoffwechselstörungen bis hin zu stressbedingtem Haarausfall.
Ob die Enzyme dafür verantwortlich sind, lässt sich leider nicht pauschal sagen – vor allem, wenn gleichzeitig andere Präperate neu gegeben wurden. Hier wäre es sinnvoll, zuerst das zuletzt eingeführte Präparat wieder wegzulassen und immer nur ein Produkt auf einmal zu testen. Was ich grundsätzlich anmerken möchte: Stärkereiche Zutaten wie Kartoffeln und Nudeln gehören meiner Überzeugung nach nicht zum natürlichen Beutespektrum eines Hundes. Sie können – besonders bei geschwächter Bauchspeicheldrüse und empfindlichem Mikrobiom – schnell zu Fehlgärungen führen und die mikrobielle Balance im Darm ungünstig verschieben. Gerade dann, wenn bereits eine chronische Problematik besteht.
Wurde neben der PE-Konzentration auch ein Kotprofil mit Mikrobiomanalyse und Nahrungsausnutzung erstellt? Das wäre sehr hilfreich, um besser einschätzen zu können, was im Hintergrund läuft – ein Ungleichgewicht in der Darmflora kann auch Fellverlust beeinflussen.
Alles Liebe für dich und Sascha,
Hildegard
Hallo tausend Dank für deine Rückmeldung.
KH hatte ich auch schon überlegt, ob das überhaupt Sinn macht. Meine erste EB hatte keine KH im Futterplan, da hatten wir dann aber nach 9 Wochen als Zufallsbefund ganz schlimme Nieren und Leberwerte, was auf den viel zu hohen Fleischanteil geschoben wurde. Ich bin wirklich verzweifelt, Jetzt habe ich schon EB eingeschaltet und koche selbst und trotzdem läuft irgendwie immer was in die falsche Richtung.
Mikroskopische Nahrungsausnutzung wurde mit bestimmt Stärke homog.gequollen, Sträke, Neutralfett, Fettsäure, Seifen, Muskelfasern, Bindegewebe, Elastische Fasern alles negativ
Nur PE-Konz. lag bei 3.00
Im Blut wurde das aber nicht bestätigt. Wenn ich mich recht erinnere, war hier der TLI Nachweis wichtig, der lag bei 22.4 Normwert 5-50
Was
Ich bin wirklich am verzweifeln, weil Sascha meiner Ansicht nach für einen Hund von 5 Jahren auch sehr schnell müde und schlapp wirkt, ob beim Gassi, beim Spielen oder im HoopersTraining. Sie rennt, hat Spaß, aber immer viel kürzer, als sogar ältere Hunde.
Ich danke für die Rückmeldung und werde wohl überlegen müssen, was ich wie weiter füttere.
Haarausfall hat sich etwas gebessert, VetBiom habe ich weggelassen, alles andere gebe ich weiter, sie braucht es ja angeblich für die Verdauung. In 4 Wochen wird erneut Blut und Kot untersucht.
Hallo meine Hündin bekommt Enzyme und Vetbiom sowie Novomineral seit 6 Tagen und hat nun extremen büschelweisen Fellverlust am linken Ohr.
Muss ich auch die Enzyme weglassen? Könnten sie auch dafür verantwortlich sein? Das linke Ohr hat kaum noch Fell
Hallo Hildegard, bei meiner 2 jährige Hündin Nissi wurde vor einem Jahr eine Pankreasinsuffizienz festgestellt. Wir kochen Huhn Muskelfleisch, Süßkartoffel und Zucchini für sie, mit Kokosmilch, etwas Kurkuma und etwas jodfreies Salz, sowie Omega 3 & 6 Öl dazu. Der B12 Spiegel ist seit kurzem, nach Injektionen und Tablettengabe, wieder ok. Sie bekommt auch Enzyme von Anifit. Sie hatte letztes Jahr 7 kg abgenommen. Sie hat inzwischen wieder ein gutes Gewicht, die 7 kg sind fast wieder drauf, sie ist schlank, aber ok. Sie bekommt bei einem Gewicht von 24,3 kg (Schäferhund Mischling) 1,5 kg Futter pro Tag. Im Rohzustand brauche ich pro Woche 7,5kg Huhn, 5 kg Süßkartoffel und 4 kg Zucchini, damit sie ihr Gewicht hält. Ist das normal bei einer Pankreasinsuffizienz? Oder kann es sein, dass das Verhältnis in den Enzymen anders sein müsste für sie? Wären die pflanzlichen vielleicht besser oder sind die überhaupt als alleinige Gabe bei Pankreasinsuffizienz angebracht? Danke, liebe Grüße, Claudia
Liebe Claudia, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, so ausführlich von Nissis Geschichte zu berichten. Dass sie nach so einem deutlichen Gewichtsverlust wieder stabil zugenommen hat und ihr Gewicht jetzt gut hält, ist ein starkes Zeichen dafür, dass ihr gemeinsam schon sehr viel richtig macht. Dein selbst zubereitetes Futter klingt gut durchdacht – leicht verdaulich und individuell abgestimmt. Was mir jedoch auffällt: Die von dir beschriebenen Futtermengen sind für einen Hund ihrer Gewichtsklasse eher am oberen Rand – besonders bei frisch gekochtem Futter. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass die Nährstoffverwertung trotz Enzymgabe nicht ganz optimal läuft – etwa durch eine unvollständige Aufspaltung der Nährstoffe oder eine eingeschränkte Resorptionsfähigkeit im Darm.
Gleichzeitig ist es natürlich auch möglich, dass Nissi einfach einen sehr hohen Energiebedarf hat – etwa durch ein aktives Temperament, einen schnellen Stoffwechsel oder eine konstitutionelle Besonderheit. Dennoch lohnt es sich in so einem Fall, genauer hinzuschauen – vor allem, wenn dauerhaft große Futtermengen nötig sind, um das Gewicht zu halten. Denn das kann auf eine chronische Belastung des gesamten Verdauungstrakts hinweisen.
Sinnvolle nächste Schritte wären hier gezielte Untersuchungen zur Nahrungsausnutzung – also wie gut Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate tatsächlich aufgenommen werden. Auch eine Analyse der Gallensäuren im Kot kann Hinweise geben, ob die Fettverdauung ausreichend funktioniert. Und nicht zuletzt lohnt sich ein Blick auf das mikrobielle Gleichgewicht im Darm – denn ein gestörtes Mikrobiom kann die gesamte Verwertung beeinträchtigen. Für genau solche Fälle bieten wir unseren Darmcheck Plus an – ein umfassendes Laborprofil, das speziell auf Hunde mit chronischen Verdauungsproblemen abgestimmt ist. So bekommst du ein klareres Bild davon, was Nissi noch zusätzlich entlasten oder unterstützen könnte.
Herzliche Grüße und alles Gute für euch zwei,
Hildegard
Hallo Hildegard
Mit sehr viel Interesse hab ich deinen Artikel gelesen; schon seit Monaten suche ich nach Lösungen betreffend meiner 8 Jahre alten Hündin.
Emily hatte letztes Jahr eine Bauchspeicheldrüsenentzündung welche wir wieder gut ausheilen konnten. Seid dieser Zeit hat sie sehr häufig starke Bauchgeräusche, meistens einige Zeit nach dem Füttern oder bei leerem Magen.
Emily wird von Anfang an nach einem professionell erstellten Plan gebarft und ich gebe mir viel Mühe dabei. Verdauungsstörungen gab es so gut wie nie.
Vor zwei Jahren zeigten sich allergische Hautreaktionen (Rötungen) welche , so war zumindest unser Verdacht, durch einen Flohbefall ausgelöst wurden; die Rötungen besserten sich nicht und ich suchte nach weiteren Auslösern. Eine Ausschlussdiät brachte keine Ergebnisse;
Seit dieser Zeit sind die Symptome mal weg und wieder da. Ich habe während der ganzen Zeit eine sehr gute Tierärztin an meiner Seite, bin aber selbst unentwegt am forschen.
Emily ist in jeder Hinsicht eine sehr vitale Hündin; bis auf die Pankreatitis, die wir, sehr schnell erkannt und behandelt, schnell wieder im Griff hatten.
Was mich eben beunruhigt, sind die teilweise sehr lauten Geräusche in ihrem Bauch. Weitere Symptome hat sie nicht. Ihr Output ist vorschriftsgemäß, ihr Appetit ungezügelt, das Fell glänzt.
Ich gebe ihr seid der Entzündung eher mageres Muskelfleisch ( ca 15% Fettgehalt) , Pansen/Blättermagen, Innereien und fleischige Knochen. Bei Knochen greife ich inzwischen eher zu Hühnerhäsen, da sie nicht zu fest sind.
Kohlenhydrate bekommt sie eher wenig, meistens Kartoffeln oder Haferflocken; zusätzlich zu jeder Mahlzeit Flohsamenschalen. Neuerdings gebe ich ihr vor den Mahlzeiten Slippery elm. In den letzten Tagen habe ich ihre Futterration von 2 x täglich auf 3 x täglich umgestellt. Ich habe schon den Eindruck, dass die Geräusche weniger geworden sind. Das ist aber subjektiv und kann sich immer wieder ändern. Mein Eindruck ist, dass Emily während der Geräusche keine Schmerzen hat.
Enzyme bekam sie die ersten Wochen nach der Pankreatitis; seid dem nicht mehr. Ich hatte nicht den Eindruck, dass sich dadurch etwas entscheidend geändert hat. Ich habe aber Almyzyme noch mal bestellt.
Vllt sollte ich mal pflanzliche Enzyme probieren oder noch mehr enzymreiche Lebensmittel …. Vllt hast du ja auch eine Idee?
Einstweilen sag ich schon mal ganz herzlichen Dank für eine eventuelle Rückmeldung von dir.
Liebe Grüße Manuela
Hallo Manuela,
Bauchgeräusche können im Magen, wie auch im Darm entstehen. Hier könnten Störungen im Mikrobiom oder eine veränderte Verdauung nach der Pankreatitis eine Rolle spielen. Pflanzliche Enzyme sind in vielen Fällen eine gute Ergänzung und können helfen, die Verdauungsorgane zu entlasten. Was den Fettgehalt angeht: 15 % Fett im Fleisch ist nicht unbedingt „mager“. Ich rate zu einem Durchschnitt von bis zu 12 Prozent Fett in der gesamten Ration. Dieser Fettanteil sollte aber aus magerem (!) Muskelfleisch und weiteren gezielt ausgewählten Fetten zur zusätzlichen Energieversorgung bestehen. Das könnte auch für Emily eine Option sein. Zusätzlich würde ich dir eine Kotflora-Analyse inklusive Überprüfung der Nahrungsausnutzung empfehlen. So kannst du mehr über Emilys Verdauung erfahren und mögliche Ungleichgewichte im Darm besser einschätzen. Besonders nach einer Pankreatitis kann es wichtig sein, zu überprüfen, wie effizient Nährstoffe verwertet werden. Ich bin gespannt, wie sich die Umstellung bei ihr weiterentwickelt! Vielleicht magst du nach einiger Zeit berichten? Alles Liebe, Hildegard
Hallo,mein Hund hat eine IBD und eine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz. Wir füttern schon seit gut 2 Jahren Almazyme HA für Hypoallergene Hunde und er bekommt auch Hypoallergrnisches Futter (Anallergenic von Royal Canin. Jetzt tauchte das Problem auf, dass mein Hund immer nach dem Fressen dolle Probleme hatte mit sehr vielem Speicheln. Das ging bis hin zu einer Wesensveränderung. Darauf hin waren wir nochmal in der Tierklinik zum Magenspiegeln. Dort kam raus,dass er 2 abgeheilte Geschwüre hatte und die Magenschleimhaut ganz doll entzündet ist. Vermutlich hervorgerufen von einer Unverträglichkeit. Jetzt sieht es so aus, dass mein Hund gegen die Enzyme, die ja aus dem Schwein gewonnen werden auch allergisch reagiert. Was habe ich jetzt für eine Alternative um ihm zu helfen? Er braucht die Enzyme. Ich habe 1 Jahr gebraucht, um die verlorenen 10kg die er damals abgenommen hatte , wieder auf ihn drauf zu bekommen. Ich bin so ratlos und unendlich traurig, da ich meinem Schatz doch einfach nur helfen will.
Hallo Antje, es tut mir wirklich leid zu hören, dass dein Hund krank ist. Es ist möglich, dass dein Hund auf Pankreasenzyme reagiert, aber auch auf das Futter selbst oder andere Komponenten deiner Fütterung. Denn bei Hunden mit Verdauungsproblemen kann industriell hergestelltes Futter zusätzliche Belastungen mit sich bringen. Vielleicht hast du in meinen anderen Blogartikeln schon gelesen, dass ich grundsätzlich eine selbst zusammengestellte Ernährung mit natürlichen Zutaten bevorzuge. Es könnte daher sinnvoll sein, nicht nur eine Alternative zu den bisherigen Enzymen zu suchen, sondern auch deine gesamte Fütterung zu überdenken. Eine leicht verdauliche Ernährung könnte den Verdauungstrakt entlasten und gleichzeitig helfen, die entzündete Magenschleimhaut zu beruhigen. Falls du dich weiter einlesen möchtest, möchte ich dir meinen Blogartikel zu diesem Thema empfehlen: Hundefutter bei IBD. Dort gehe ich genauer auf die Problematik ein und stelle Möglichkeiten vor, um die Verdauung deines Hundes bestmöglich zu unterstützen. Ich wünsche deinem Hund von Herzen gute Besserung und hoffe, dass ihr bald eine Lösung findet, die dauerhaft hilft. Alles Liebe, Hildegard
Hallo,
mein Hund ist 16 Jahre alt und seit einem Jahr hat er ganz schlimmen Heißhunger. Sogar in der Nacht will er fressen. Wenn er gefressen hat dreht er sich um und sucht sofort auf dem Boden weiter nach Futter. Die Bauchspeicheldrüsenwerte sind in Ordnung nur die Leberwerte leicht erhöht. Wären die Enzyme für ihn ratsam. Vielen Dank für Ihre Antwort.
Hallo Monika,
trotz „unauffälliger“ Blutwerte kann dennoch eine Verdauungsschwäche vorliegen. Wenn die Bauchspeicheldrüse zu wenig Enzyme produziert, muss das nicht direkt im Blut sichtbar sein. In manchen Fällen bleiben die Blutwerte (z. B. Lipase und Amylase) im Normalbereich, obwohl die exokrine Funktion der Bauchspeicheldrüse eingeschränkt ist. Weiterhin können die Organe mit zunehmendem Alter ermüden, was zu einer sogenannten „altersbedingten Funktionsminderung“ führen kann. Diese Funktionseinschränkungen können je nach Organ unterschiedliche Symptome hervorrufen. Allerdings bedarf es hier einer genaueren Anamnese, um die richtige Behandlung und Unterstützung zu finden. Alles Liebe, Hildegard
Hallo, wir haben unseren Hund vor 2 Wochen von tierischen Pankrasenzymen auf die pflanzlichen Hildegard-Enzyme umgestellt.
Zunächst hat alles super geklappt, aber nach ca 1.5 Wochen hat der Hund plötzlich vermehrt Magenprobleme. Er frisst Gras, Magen rumort und er will ständig unbedingt etwas fressen.
Ausser die Gabe der Enzyme wurde nichts an der Futterzusammenstellung geändert.
Hund wiegt 32 kg und bekommt am Tag 3-4 Kapseln, aufgeteilt auf 3 Mahlzeiten (3 Mahlzeiten, weil er sonst auch generell Magenprobleme hat).
Können die pflanzlichen Enzyme eher zu einer Übersäuerung führen, als die tierischen? Wenn ich den Beitrag richtig gelesen habe, an sich ja nicht?