Allergie
Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen wie Futterproteine, Pollen, Hausstaubmilben oder Flohspeichel. Das Immunsystem stuft diese Stoffe fälschlicherweise als Bedrohung ein, bildet spezifische Antikörper (IgE) und löst eine entzündliche Reaktion aus.
Im Unterschied zur Unverträglichkeit ist das Immunsystem bei einer Allergie direkt beteiligt. Die Reaktion tritt meist relativ schnell auf, oft innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden. Unverträglichkeiten verlaufen dagegen schleichend, sind nicht immunologisch vermittelt und häufig mengenabhängig.
Man unterscheidet verschiedene Allergieformen. Dazu zählen Futtermittelallergien, die häufig durch Produkte mit Huhn, Milchprodukte oder Weizen ausgelöst werden. Umweltallergien dagegen betreffen Reize wie Pollen oder Hausstaubmilben und zeigen sich oft saisonal. Bei einer Flohspeichelallergie steht starker Juckreiz im Bereich von Rücken und Schwanzansatz im Vordergrund. Kontaktallergien sind beim Hund vergleichsweise selten.
Typische Symptome sind ausgeprägter Juckreiz an Pfoten, Ohren, Bauch, Achseln oder Leistengegend, gerötete Haut, nässende Hautstellen, wiederkehrende Ohrenentzündungen sowie intensives Lecken oder Knabbern.
Häufig wird eine Eliminationsdiät über acht bis zwölf Wochen empfohlen, bei der ausschließlich eine neue Proteinquelle gefüttert wird. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass dieses Vorgehen für viele Halter schwer umzusetzen ist. Oft bringt bereits eine klare Reduktion und Stabilisierung spürbare Entlastung. Wenige, gut verträgliche Proteinquellen, keine ständigen Futterwechsel und ein gleichzeitiger Aufbau der Darmgesundheit wirken häufig nachhaltiger.
Aus ganzheitlicher Sicht geht es weniger um dauerhaftes Ausschließen einzelner Stoffe als um die Stabilisierung des inneren Milieus. Sind Darm, Immunsystem und Nervensystem im Gleichgewicht, werden zuvor problematische Futtermittel nicht selten wieder besser toleriert.
Viele als Allergie eingeordnete Beschwerden beruhen tatsächlich auf Unverträglichkeiten oder einer gestörten Darmbarriere. Ist die Darmschleimhaut durchlässig, reagiert das Immunsystem schneller und stärker. Wird die Darmflora gezielt aufgebaut, stabilisieren sich viele Hunde deutlich, auch ohne klassische Allergiebehandlung.
Siehe auch (Lexikon)
Unverträglichkeit · Juckreiz · Hautbarriere · Leaky Gut · Eliminationsdiät · Immunsystem
Weiterlesen (Blog)
Futterallergie beim Hund – echte Allergie oder überempfindliches System?