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Colitis

Colitis bezeichnet eine Entzündung des Dickdarms (Kolon). Sie kann akut auftreten oder sich über Wochen und Monate chronisch entwickeln. Der Dickdarm ist der letzte Abschnitt des Verdauungstrakts. Hier wird dem Kot Wasser entzogen, Faserstoffe werden durch die Darmflora fermentiert und der Kot erhält seine endgültige Form. Gerät dieser Bereich aus dem Gleichgewicht, zeigt sich das meist deutlich.

Typisch für eine Colitis sind häufiger Kotabsatz bei nur kleinen Mengen, starkes Pressen sowie Schleim im Kot, oft glasig oder gelblich. Gelegentlich finden sich hellrote Blutbeimengungen. Viele Hunde zeigen eine ausgeprägte Dringlichkeit und müssen sofort nach draußen. Begleitend wirken sie häufig unruhig oder angespannt, manche Hunde zeigen Bauchschmerzen. Der Kot ist dabei oft wechselhaft, zeitweise noch geformt, dann wieder weich oder breiig.

Die möglichen Auslöser sind vielfältig. Häufig spielen Stress und Futterfaktoren eine zentrale Rolle. Auch Futterwechsel, Unverträglichkeiten, eine gestörte Darmflora (Dysbiose), Parasiten wie Giardien oder Würmer, Infektionen, mechanische Reize, zu fettreiche Fütterung oder bestimmte Medikamente können eine Colitis begünstigen. Bei einem Teil der Hunde bleibt die Ursache trotz Abklärung unklar. In diesen Fällen spricht man von einer idiopathischen Colitis.

In der Praxis zeigt sich jedoch oft, dass Colitis selten ein isoliertes Dickdarmproblem ist. Der Dickdarm ist die letzte Station der Verdauung. Was weiter oben nicht ausreichend verarbeitet wurde, kommt hier an. Reizungen im Dünndarm, eine instabile Darmflora, Störungen im Fett- oder Gallensäurestoffwechsel oder anhaltender Stress über die Darm-Hirn-Achse schlagen sich häufig genau hier nieder. Der Dickdarm reagiert dann weniger als Ursache, sondern als Endpunkt einer Überlastung.

Entsprechend geht es in der Behandlung weniger um schnelle Lösungen als um Entlastung und Einordnung. Akut kann eine gut verträgliche, fettreduzierte Schonkost sinnvoll sein, ebenso Stressreduktion und, falls notwendig, die gezielte Behandlung von Parasiten oder Infektionen. Medikamente wie Antibiotika oder entzündungshemmende Wirkstoffe können in bestimmten Situationen erforderlich sein, sollten jedoch sorgfältig abgewogen werden, da sie die Darmflora zusätzlich belasten können.

Langfristig liegt der Fokus auf Stabilisierung. Dazu gehören eine konstante, gut verdauliche Fütterung ohne häufige Wechsel, der gezielte Aufbau der Darmflora, ein bewusster Umgang mit Stressoren und ausreichend Zeit zur Regeneration. Bei chronischen Verläufen braucht es häufig Geduld und ein schrittweises Vorgehen statt immer weiterer Maßnahmen.

Aus Sicht der TCM zeigt sich Colitis häufig als Feuchtigkeit-Hitze im Dickdarm, oft kombiniert mit einer Leber-Qi-Stagnation durch Stress. Auch hier steht nicht das Unterdrücken einzelner Symptome im Vordergrund, sondern das Wiederherstellen von Fluss, Klarheit und Stabilität im gesamten System.

Siehe auch (Lexikon)
Schleim im Kot · Durchfall · Dysbiose · IBD · Stress & Verdauung · Kotkonsistenz