Schonkost Reis Huhn für Hunde: Hilfreich oder nicht?
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- Zuletzt aktualisiert: August 2026
Die selbst gemachte Schonkost aus Reis und Huhn gehört zu den bekanntesten Empfehlungen bei Durchfall, Erbrechen und anderen Magen-Darm-Problemen beim Hund. Gekochtes Hühnchen, weich gekochter Reis und schon soll sich der Verdauungstrakt wieder beruhigen.
Ganz so einfach ist es allerdings nicht.
Reis und Huhn können bei manchen Hunden für kurze Zeit gut funktionieren. Eine solche Ration ist aber weder automatisch besonders leicht verdaulich noch für jeden Hund geeignet. Vor allem bei wiederkehrenden oder chronischen Verdauungsproblemen reicht es nicht aus, einfach immer wieder auf Huhn und Reis zurückzugreifen.
Entscheidend ist vielmehr: Warum hat dein Hund überhaupt Durchfall, Erbrechen oder einen empfindlichen Magen – und welche Fütterung passt zu seiner Verdauung?
Inhaltsverzeichnis
Nicht jede Ursache von Durchfall lässt sich mit einer Schonkost aus Reis Huhn behandeln
Magen-Darm-Probleme gehören bei Hunden zu den häufigsten Beschwerden. Manche Hunde haben nur einmalig Durchfall oder Erbrechen, andere zeigen immer wieder weichen Kot, Schleim, Blähungen, Schmatzen oder Probleme nach dem Fressen.
Dahinter können sehr unterschiedliche Ursachen stehen, zum Beispiel:
- Infektionen mit Bakterien oder Viren
- Parasiten
- Aufnahme ungeeigneter oder verdorbener Lebensmittel
- Futtermittelunverträglichkeiten
- chronische Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
- Störungen der Bauchspeicheldrüse
- Probleme mit Leber oder Galle
- eine unzureichende Verdauungsleistung
- Veränderungen des Darmmilieus
- Stress und anhaltende Belastung
Ist die Schonkost für Hunde Reis Huhn die beste Lösung?
Nicht grundsätzlich.
Dass es einem Hund unter gekochtem Huhn und Reis häufig zunächst besser geht, wird schnell als Beweis dafür gewertet, dass diese Kombination eine besonders geeignete „Schonkost“ sei. Genau das ist aber zu kurz gedacht.
Oft liegt die Besserung schlicht darin, dass der Verdauungstrakt plötzlich deutlich weniger belastet wird als zuvor. Ein Hund, der vorher ein schwer verdauliches Trockenfutter, sehr fettreiches Futter oder eine qualitativ eher ungünstig zusammengesetzte Ration bekommen hat, erhält mit gekochtem Huhn und Reis auf einmal eine sehr einfache Mahlzeit mit wenigen Bestandteilen. Dass sich Durchfall, Erbrechen oder Blähungen darunter vorübergehend bessern, ist deshalb zunächst einmal nicht überraschend.
Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass Huhn und Reis ein besonderes Heilmittel für Magen-Darm-Erkrankungen sind.
Die Verbesserung kann vielmehr zeigen, dass die vorherige Fütterung für den Hund zu belastend war. Genau dieser Unterschied wird in der Praxis häufig übersehen: Nicht Huhn und Reis „heilen“ den Darm – möglicherweise wurde lediglich ein Futter entfernt, mit dem der Verdauungstrakt zuvor schlecht zurechtkam.
Trotzdem wird die Kombination aus Huhn und Reis bis heute sehr häufig pauschal bei Durchfall oder Erbrechen empfohlen. Aus meiner Sicht ist diese Standardempfehlung längst zu undifferenziert. Denn weder Huhn noch Reis passen automatisch zu jedem Hund und zu jeder Form von Verdauungsstörung.
Hinzu kommt, dass gekochtes Huhn und Reis zusammen keine bedarfsdeckende Ernährung darstellen. Mineralstoffe, Vitamine, essenzielle Fettsäuren und weitere Nährstoffe fehlen oder stehen nicht im erforderlichen Verhältnis zur Verfügung. Für wenige Tage ist das bei einem ansonsten gesunden erwachsenen Hund meist kein entscheidendes Problem, als längerfristige Fütterung ist diese Kombination jedoch nicht geeignet.
Ein Hund kann Huhn hervorragend vertragen, ein anderer reagiert darauf. Manche Hunde kommen mit Reis gut zurecht, andere entwickeln unter einer stärkereichen Ration eher Blähungen, wechselnden Kot oder größere Kotmengen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Ist Huhn mit Reis eine gute Schonkost?“
Sondern:
Warum geht es dem Hund mit dieser einfachen Mahlzeit besser als mit seinem bisherigen Futter? Und was sagt uns das über seine Verdauung und seine eigentliche Futterbasis?
Reis und Huhn ist für Hunde nicht automatisch Schonkost
Reis passt nicht zu jedem Hund
Gut gekochter weißer Reis ist grundsätzlich gut aufschließbar und wird von vielen Hunden problemlos verdaut. Trotzdem ist Reis nicht bei jedem Verdauungsproblem automatisch die beste Wahl.
Bei einem empfindlichen Darm können größere Mengen Stärke beispielsweise ungünstig sein. Werden im Kot wiederholt deutlich erkennbare Futterbestandteile gefunden, treten starke Blähungen auf oder verändert sich der Kot nach stärkereichen Mahlzeiten deutlich, sollte man die gesamte Verdauungsleistung betrachten.
Es geht also weniger darum, Reis pauschal als gut oder schlecht einzustufen.
Die Frage lautet vielmehr: Ist Reis für genau diesen Hund und in seiner aktuellen Situation sinnvoll?
Auch Huhn wird nicht von jedem Hund vertragen
Hühnerfleisch ist eine häufig verwendete Proteinquelle in Hundefutter. Genau deshalb haben viele Hunde bereits regelmäßig Kontakt damit.
Das bedeutet nicht, dass Huhn grundsätzlich problematisch ist. Verträgt dein Hund Hühnerfleisch gut, gibt es keinen Grund, es allein aufgrund seiner Häufigkeit grundsätzlich zu meiden.
Besteht jedoch bereits der Verdacht auf eine Reaktion auf Huhn oder verschlechtern sich die Beschwerden regelmäßig nach der Fütterung, ist Huhn als Schonkost natürlich keine sinnvolle Wahl.
In der traditionellen chinesischen Ernährungslehre wird Huhn zudem eher dem wärmenden Bereich zugeordnet. Bei bestimmten Mustern arbeite ich deshalb teilweise lieber mit neutraler oder kühler eingeordneten Proteinquellen, beispielsweise Pute. Das ist jedoch eine individuelle therapeutische Einordnung und keine allgemeine Regel für jeden Hund.
Was hilft Hunden bei einer spontanen Magen-Darm-Erkrankung?
Bei einer leichten akuten Magen-Darm-Verstimmung geht es zunächst darum, den Verdauungstrakt nicht zusätzlich zu belasten.
Anstatt eine große normale Mahlzeit zu füttern, können kleinere Portionen eines gut verträglichen, leicht verdaulichen Futters sinnvoll sein. Längeres Fasten ist dagegen nicht automatisch notwendig.
Bei wiederholtem Erbrechen kann eine vorübergehende Futterpause sinnvoll sein. Wie lange diese dauern sollte, hängt jedoch vom Hund und von der Ursache der Beschwerden ab. Welpen, sehr kleine Hunde, Senioren, chronisch kranke oder geschwächte Tiere sollten nicht ohne Rücksprache länger fasten.
Wasser muss grundsätzlich zur Verfügung stehen.
Beruhigt sich der Verdauungstrakt, kann die Fütterung langsam wieder aufgebaut werden.
Eine milde Schonkost für deinen Hund selbst zubereiten
- Wähle eine magere Fleischsorte, die dein Hund gut verträgt – etwa Rindfleisch, Putenfleisch oder auch Schweinefleisch. Hat dein Hund eine bekannte Unverträglichkeit gegenüber Huhn, ist Huhn natürlich keine sinnvolle Schonkost, unabhängig davon, wie häufig diese Kombination empfohlen wird. Bei Verdauungsstörungen arbeite ich häufig gern mit gekochtem Putenfleisch, entscheidend ist aber immer die individuelle Verträglichkeit.
- Kombiniere dazu eine kleine Menge weich gekochtes und fein zerkleinertes Gemüse, zum Beispiel Kürbis, Karotte oder Zucchini. Auch unser roter Gemüse-Mix kann dafür verwendet werden. Gut gewählte lösliche Fasern können die Kotkonsistenz und das Darmmilieu unterstützen. Wie viel davon sinnvoll ist, hängt jedoch vom Hund und vom jeweiligen Kotbild ab. Bei akutem Durchfall ist „mehr Ballaststoff“ nicht automatisch besser.
- Probiotika können bei Durchfall sinnvoll sein, sind aber kein Muss für jeden Hund. Bestimmte probiotische Stämme können das Darmmilieu unterstützen, insbesondere nach Belastungen oder Veränderungen der Darmflora. Die Wirkung hängt jedoch stark vom verwendeten Stamm und vom jeweiligen Produkt ab. Probiotika können bei Durchfall sinnvoll sein, sind aber kein Muss für jeden Hund. Entscheidend sind die verwendeten Bakterienstämme, ihre Dosierung und vor allem die Frage, was hinter den Beschwerden steckt.
- Verdauungsenzyme oder andere Nährstoffe können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, sollten aber nicht automatisch Bestandteil jeder Schonkost sein. Entscheidend ist, welches Problem tatsächlich vorliegt.
Auch Kräuter können den Magen-Darm-Trakt unterstützen, sollten aber passend zu Symptomatik und Hund ausgewählt werden. Eine pauschale Mischung für jeden Hund halte ich bei empfindlichen Verdauungsfällen nicht für sinnvoll.
Wie lange darf man Reis und Huhn als Schonkost füttern?
Eine selbst zusammengestellte Ration aus Reis und Huhn ist keine ausgewogene Dauerernährung.
Bei einer unkomplizierten akuten Verdauungsstörung sollte sie deshalb nur vorübergehend eingesetzt werden.
Sobald sich Kot, Appetit und Allgemeinbefinden stabilisieren, sollte der Hund schrittweise wieder eine vollständige Fütterung erhalten.
Und genau hier entsteht häufig das nächste Problem:
Der Hund verträgt die selbst gekochte, einfache Mahlzeit – sobald das bisherige Hundefutter wieder gefüttert wird, beginnen Durchfall, Schmatzen oder Blähungen erneut.
Dann lohnt es sich, nicht nur über „Schonkost“ nachzudenken, sondern über die Futterbasis selbst.
Welche Schonkost ist eine Alternative zu Huhn und Reis?
Eine Schonkost muss nicht aus Reis und Huhn bestehen. Entscheidend ist vielmehr, dass die Mahlzeit einfach zusammengesetzt, gut verdaulich und auf den einzelnen Hund abgestimmt ist.
Als Proteinquelle eignen sich zum Beispiel magere Fleischsorten, die dein Hund gut verträgt – etwa Pute, Rind oder Schwein. Dazu kann eine kleine Menge weich gekochtes Gemüse kommen, zum Beispiel Kürbis, Karotte oder Zucchini.
Wer nicht selbst kochen möchte, kann auch auf eine bereits fertig gekochte, bewusst einfach aufgebaute Fütterung zurückgreifen.
Unsere Hildegards Vitalkost kann genau dafür eingesetzt werden. Sie bietet eine Alternative zur klassischen Kombination aus Huhn und Reis und basiert auf gekochtem Muskelfleisch mit ausgewählten pflanzlichen Bestandteilen. Je nach Verträglichkeit stehen unterschiedliche Fleischsorten zur Verfügung.
So muss ein Hund, der zum Beispiel Huhn nicht verträgt, nicht ausgerechnet während einer empfindlichen Magen-Darm-Phase wieder Huhn bekommen. Und auch Reis ist kein notwendiger Bestandteil einer Schonkost.
Wenn der Magen-Darm-Trakt mehr Unterstützung braucht
Für Hunde, bei denen nicht nur eine einfache, milde Futterbasis gefragt ist, haben wir zusätzlich zwei speziell abgestimmte Rezepturen entwickelt:
Hildegards Magen-Darm-Balance
mit Rind und Pute sowie ausgewählten Hildegard-Kräutern.
Hildegards Magenbalance
mit Schwein und Pute sowie ausgewählten Hildegard-Kräutern.
Welche Variante besser passt, hängt vor allem davon ab, welche Fleischsorten dein Hund gut verträgt und welche Fütterung bisher funktioniert hat. Gerade bei empfindlichen Hunden ist es meist sinnvoller, eine überschaubare Rezeptur zu wählen, als gleichzeitig viele verschiedene Zutaten und Ergänzungen auszuprobieren.
Dein Hund braucht immer wieder Schonkost?
Wenn Reis und Huhn für ein paar Tage funktioniert, dein Hund anschließend aber immer wieder Probleme bekommt, sollte man nicht dauerhaft zwischen normalem Futter und Schonkost wechseln.
Typische Hinweise darauf, dass mehr dahinterstecken könnte, sind zum Beispiel:
- wiederkehrend weicher oder breiiger Kot
- Schleim auf dem Kot
- große Kotmengen
- erkennbare Futterbestandteile
- Blähungen oder starke Darmgeräusche
- Schmatzen und Leerschlucken
- morgendliche Übelkeit oder Erbrechen von Galle
- Grasfressen
- häufige Futterwechsel
- immer neue vermeintliche Unverträglichkeiten
Dann sollte die Frage nicht mehr nur lauten:
„Welche Schonkost soll ich geben?“
Sondern:
„Warum kommt die Verdauung meines Hundes mit seiner normalen Fütterung nicht zurecht?“
Dabei können unter anderem Verdauungsleistung, Magen, Bauchspeicheldrüse, Darmmilieu, Faseranteil, Fettgehalt und die Zusammensetzung des Futters eine Rolle spielen.
Unser Magen-Darm-Wegweiser hilft dir dabei, die Beschwerden zunächst einzuordnen und einen sinnvollen ersten Schritt auszuwählen.
Kurz zusammengefasst
Reis und Huhn können für manche Hunde kurzfristig eine gut verträgliche Mahlzeit sein. Eine allgemeingültige „Schonkost für jeden Hund“ sind sie jedoch nicht.
Bei einer akuten Verdauungsstörung sollte die Fütterung einfach, gut verträglich und an den einzelnen Hund angepasst sein. Treten die Beschwerden immer wieder auf, sollte dagegen nicht dauerhaft mit Schonkost überbrückt werden. Dann ist es wichtiger herauszufinden, warum die normale Verdauung nicht stabil funktioniert.
Eine Schonkost sollte dabei nicht zur Dauerlösung für ungeklärte Beschwerden werden. Langfristig braucht dein Hund eine Fütterung, die zu seiner Verdauung passt und seinen Nährstoffbedarf zuverlässig abdeckt.
Alles Liebe, deine Hildegard







7 Kommentare
Hallo Frau Ockenfels.
Die Idee mit dem Kürbis kann man zur Herbstzeit gut nutzen. Allerdings enthält Reis kein Gluten!!! Resistente Stärke ist nichts anderes als ein Ballaststoff. Allerdings hat nur erkalteter Reis resistente Stärke. Frisch gekocht hat Reis normale Stärke.
Mit besten Grüßen Andrea Winands
Hallo Frau Winands, herzlichen Dank für Ihren Kommentar! Da haben Sie vollkommen recht. Reis ist natürlich ein glutenfreies Getreide. Ich habe die Passage überarbeitet. Ich bin dennoch der Meinung, dass es viel bessere Zutaten für Hunde gibt als Reis. Reis ist im Allgemeinen nicht unbedenklich, allein wegen der Belastung durch Arsen und Mykotoxinen. Hier ist Herkunft und Anbaugebiet des Reis sowie die Zubereitung zu Hause stark zu berücksichtigen. Gerade bei Erkrankungen empfehle ich deshalb, alle problematischen Zutaten aus der Fütterung zu streichen. Das macht es für Hund und Halter:in gleich einfacher.
Wieso erzählt jeder „Fachmann/frau“ was anderes in Sachen Schonkost??
Lieber Sven, es ist nicht ungewöhnlich, dass es unterschiedliche Meinungen über ein und dasselbe Thema gibt. Ich teile hier meine persönlichen Erfahrungen aus meiner täglichen Arbeit mit Tieren und sehe die Dinge daher vielleicht aus einem anderen Blickwinkel. Ich möchte dabei helfen, besser zu informieren und den Menschen Anregungen mit auf den Weg geben, wie sie individuelle Gesundheitsfragen für sich und ihre Tiere mit eigenen Recherchen lösen können! Wenn du weitere Fragen zu diesem Thema hast oder ein spezielles Problem, schreib mir gern. Deine Hildegard.