Hund kratzt sich
30. April 2021

Hilfe! Mein Hund kratzt sich

Hunde kratzen sich an den verschiedensten Stellen in den aberwitzigsten Haltungen. Aber ab wann sollte Ihnen der Juckreiz des Hundes Sorgen bereiten? Warum kratzt sich der Hund ständig? Wir haben verschiedene Ursachen, Vorgehensweisen und Behandlungsmöglichkeiten zusammengetragen.

Wenn es krankhaft ist: Hund kratzt sich ständig

Gelegentliches Kratzen ist ganz normal. Wir Menschen tun es und die Hunde eben auch. Und wie bei uns Menschen heißt das nicht unbedingt, dass wir Flöhe oder Ausschlag haben, manchmal juckt es einfach. So ist es auch beim Hund. Auch Insektenstiche kommen bei Hunden vor und jeder, der regelmäßig von Mücken heimgesucht wird, kann da den Hund verstehen. Durch knabbern, lecken und kratzen wird dann eben der Juckreiz gestillt.

Hunde bekämpfen auch Langeweile und Unsicherheit durch Kratzen. Neue Umgebung? Reizüberflutung? Erstmal hinsetzen, ordentlich den Nacken unterm Halsband kratzen, dann fühlt sich der Hund gleich besser.

Sorgen machen sollte man sich dann um seinen vierbeinigen Freund, wenn er sich blutig kratzt, oder kaum vom Kratzen abgelenkt werden kann. Auch manche Insektenstiche sind Anlass zur Sorge. Während man einen normalen Mückenstich bei dem Hund vielleicht kaum mitbekommt, kann auch ein Hund allergisch auf Bienenstiche reagieren oder einfach an einer sehr ungünstigen Stelle gestochen worden sein, sodass er ärztliche Hilfe nötig hat.

Auch wenn ein Hund so oft nervös kratzt und knabbert, dass es zu einer Verhaltensstörung ausartet, ist das nicht mehr gesund.

In diesen Fällen sollte man einen Tierarzt aufsuchen oder sich mit einem Hundetrainer in Verbindung setzen, der auf solche Störungen spezialisiert ist.

Vorgehen bei ständigem Kratzen

Auch wenn man natürlich erst einmal selbst diagnostisch tätig werden kann, sollte man möglichst zum Tierarzt, bevor die Haut so großen Schaden genommen hat, dass man nicht mehr erkennen kann, was den Juckreiz ausgelöst hat. Das heißt: Sobald Verdacht besteht, dass der Hund sich nicht nur aus Langeweile kratzt oder mit einem Mückenstich kämpft, sollte der Tierarzt informiert werden. Rufen Sie am Besten beim Tierarzt ihres Vertrauens an. Häufig kann man schon am Telefon erste Schritte erfahren für mögliche Therapien.

Was Sie ebenfalls vielleicht schon am Telefon dem Tierarzt mitteilen können, ist, ob es sich um primäre oder sekundäre Ursachen für den Juckreiz handelt. Bei primären Ursachen kam zuerst der Juckreiz und dann die Hautveränderung. Das ist unter anderem ein Zeichen für Parasiten oder Unverträglichkeiten und Allergien. Sekundäre Ursachen bringen zuerst eine Hautveränderung hervor und lösen dann Juckreiz aus. Eine typische sekundäre Ursache ist ein Insektenstich.

Der Hund kratzt sich ständig wegen der Flöhe

Zum Beispiel kann (und sollte) man vor dem Tierarztbesuch schon prüfen, ob das Tier eventuell von Flöhen befallen ist. Um diese lästigen Biester zu bekämpfen muss man nicht unbedingt zum Tierarzt, im Gegenteil, hier könnte der Hund die Parasiten auf andere Patienten übertragen, aber Ihr Tierarzt kann Ihnen zum Beispiel das richtige Mittel empfehlen oder besorgen. Wollen Sie auf die meist chemischen Mittel, die Tierärzte empfehlen, verzichten, finden Sie bei uns im Shop pflanzliche Mittel. Unter „Pflegeprodukte“ führen wir chemikalienfreie Mittel, die Ihren Liebling schonend von Ungeziefer befreien.

Auf Flöhe kann man seinen Liebling übrigens ganz einfach selbst untersuchen: Mit einem Flohkamm wird das Fell auf Flöhe und Flohkot untersucht. Diese kleinen, braun-schwarzen Kügelchen kann man auf einem Küchentuch sammeln. Wenn man sie anfeuchtet, werden sie zu roten Flecken, die aussehen wir Blutflecken.

Hunde, die besonders unter Flohbefall leiden, können eine Allergie auf Flohspeichel haben. Wenn der Verdacht auf eine solche Allergie besteht, sollte man ein Mittel nutzen, welches Flöhe möglichst schnell abtötet, damit Ihr Hund nicht unter weiteren Bissen zu leiden hat. Wird eine solche Allergie festgestellt, sollte man ein wenig in Vorsorge investieren. Regelmäßig und korrekt angewandte Flohschutzmittel können Ihren Vierbeiner vor erneuten Befällen schützen.

Um die Flöhe sicher ganz loszuwerden, sollte man nicht nur das offensichtlich befallene Haustier, sondern auch gegebenenfalls weitere Haustiere, Polster, Haustierdecken und -betten behandeln.

Parasiten: Milben

Neben Flöhen gibt es noch viele weitere Parasiten, die sich gerne in und auf unseren Haustieren einnisten. Für Hautjucken verantwortlich sind aber vor allem verschiedene Milbentypen. Besonders häufig beim Hund sind die Grabmilbe, Haarbalgmilbe, Ohrmilbe, Herbst- oder Herbstgrasmilbe, sowie die Räudemilben. Diese lösen Juckreiz in verschiedenen Bereichen aus und sind häufig schwer mit bloßem Auge zu erkennen. Keine dieser Milben ist lebensgefährlich, doch sie können Ihrer Fellnase sehr zu schaffen machen und ihr die Ruhe rauben. Insofern empfiehlt es sich immer, das betroffene Tier, sowie andere Tiere im Haushalt dagegen zu behandeln.

Allergien und Unverträglichkeiten

Wie wir Menschen können Hunde unter Allergien leiden. Bei manchen Hunden sind es die Hausstaubmilben, bei anderen das Getreide im Futter. Das kann zu Rötungen in den Schleimhäuten, verstärktem Juckreiz und einem generell unruhigem Verhalten bei Ihrem Hund führen.

Das Über-den-Boden-Rutschen mit dem Hinterteil kann bei Hunden sowohl auf Allergien, als auch auf Parasiten hinweisen. Außerdem kann das ein Hinweis auf ein Problem mit den Analdrüsen sein. In jedem Fall sollte das von einem Tierarzt geprüft werden.

Sollte Ihr Tier nun unter einer Allergie oder einer Unverträglichkeit leiden, wird es zunächst auf eine Ausschlussdiät gesetzt. Hierbei bekommt Ihr Hund über mehrere Wochen nur eine Sorte Fleisch und eine Sorte Gemüse. Für eine solche Diät eignet sich zum Beispiel unser Nassfutter Beutemix vom Pferd. Dann wird nach und nach seine normale Ernährung wieder eingesetzt und genaustens dokumentiert. Sobald die Symptome wieder auftreten, ist der Übeltäter gefunden und man kann einen ausgewogenen Ernährungsplan für Ihren Gefährten aufstellen, der von nun an ohne das Allergen auskommt. Unsere Futtersorten in der Kategorie Vitalkost eignen sich für viele allergiebewusste Diäten.

Pilzinfektionen, Entzündungen und Hautkrankheiten

Bei Pilzinfektionen und Entzündungen kann es zu Rötungen auf der Haut und in schweren Fällen auch zu Haarausfall kommen. Häufig kratzen die Tiere diese Stellen auf und blutig und meistens ist es schnell nicht mehr nur eine Stelle.

Gerade einige Pilze können auch auf den Menschen übertragen werden. In jedem Fall ist es wichtig, schnell zu handeln und Ihrem pelzigem Liebling die richtigen Medikamente und Pflegemittel zukommen zulassen.

Chronische Hautkrankheiten können auch unsere Hunde plagen. Wie beim Menschen kann der Hund aber mit den richtigen Mitteln trotzdem ein angenehmes Leben führen. Verschiedene Öle, die die Haut pflegen, sowie Futter, dass Haut und Fell mit wichtigen Stoffen versorgt, können hier den Juckreiz lindern und Ihren Hund entspannt schlafen lassen.

Vorsorge: Damit der Hund sich nicht mehr ständig kratzt

Viele der aufgezählten Ursachen können verhindert oder zumindest sehr frühzeitig erkannt werden, wenn man die richtigen Rituale pflegt.

So können viele Hautkrankheiten durch das Weglassen von regelmäßigem Baden unter Kontrolle gehalten werden. Die Haut und das Fell unserer Vierbeiner sind ein sehr sensibles System, das perfekt darauf abgestimmt ist, nicht baden zu gehen. Sollte das Bad allerdings einmal notwendig sein, zum Beispiel nach einer ausgiebigen Schlammschlacht oder dem Fall, in dem Ihr Hund den Haufen Mist vor Ihnen gefunden hat, achten Sie auf besonders sanftes Shampoo, am besten Hundeshampoo und spülen Sie das Fell gut aus. So kann sich das Fell schnell wieder regenerieren und die Haut wird nicht zusätzlich ausgetrocknet.

Juckreiz-Auslöser, die man mit bloßem Auge erkennen kann, wie Flöhe, Stiche, Entzündungen und Rötungen auf der Haut entdeckt man am leichtesten beim Bürsten. Gerade besonders pelzige Vierbeiner danken Ihnen die regelmäßige Behandlung mit der Bürste im Sommer, aber grundsätzlich sollte jeder Hund einmal die Woche gebürstet werden.

Das richtige Futter versorgt Ihren Hund mit Vitaminen, wichtigen Fettsäuren und allen Nährstoffen, die das Immunsystem braucht, um kleine Aufreger wegzustecken. Sollte Ihr Vierbeiner auf eine spezielle Diät angewiesen sein, können Sie auch Supplemente beifügen, die Haut und Fell pflegen.

Hund kratzt sich Wunde
Durch ständiges Kratzen und Lecken kann es zu Entzündungen und Haarausfall kommen
Hund kratzt sich Hotspot
Hot Spots entstehen durch übermäßiges Lecken bei starkem Juckreiz infolge von Allergien

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